Kunstförderung

Als Landesverband vertreten wir die Interessen der bildenden Kunst und der bildenden Künstler und treten für gute Instrumente und Einrichtungen der Kunstförderung ein.

Ein auf unser Betreiben bei der Kulturstiftung Sachsen für zwei Jahre als Pilotprojekt angefangenes Katalogförderprogramm war leider nach der Laufzeit 2009/ 2010 aus Gründen fehlender Mittelbereitstellung durch den Landtag nicht fortsetzbar. Die mit hilfe dieser Förderung entstandenen 19 Werkkataloge – ausgewählt nach den Kriterien der Qualität der künstlerischen Arbeit und Konzeptionalität des Katalogprojektes - können den Erfolg des Programmes belegen.

Wir begleiten fachlich sowohl die Förderung bei der Kulturstiftung als auch die Förderung in den sächsischen Kulturräumen und bieten Beratung.

Wir treten für das 2008 vom Landtag entfristete Kulturraumgesetz ein. Die Umverteilung und Kürzung der Kulturraummittel, die der Sächsische Landtag mit dem Doppelhaushalt 2011/2012 für die Kulturraumzuweisungen plante, sehen wir kritisch, indem sie als Eingriff und eine kulturpolitisch und systematisch höchst problematische Richtungsweisung einzuschätzen war. Die vorgeschlagene Bindung eines Teils der Kulturraummittel widerspricht dem Grundsatz der Kulturraumzuständigkeit für Förderaufgaben und der kommunalen Selbstverwaltung, geht zu Lasten aller Kulturräume und gefährdet die wichtige kulturelle Arbeit vor Ort in Aufrechterhaltung von Kulturpraxis in Verantwortung der Regionen. Hier stehen wir ein für die für künstlerische Initiativen wichtigen Projektförderungen und für Aktivitäten von Ausstellungshäusern und Kunstvereinen sowie Jugendkunstschulen und ähnlichen Einrichtungen der künstlerischen Bildung, die zur Vitalisierung, Identifikation und Perspektive in den Regionen höchst wichtig sind, wie auch der Enquetebericht „Kultur in Deutschland“ gezeigt hat.  

An Entwürfen zur Förderpraxis und Kulturpolitischen Leitlinien in den einzelnen Kulturräumen beteiligen wir uns. Der Kulturraum Oberlausitz-Niederschlesien bat uns als Landeskulturverband Bildende Kunst um fachliche Begleitung des Entwurfs seiner Kulturpolitischen Leitlinien. 

Initiativen zur Erstellung von kulturpolitischen Leitlinien begrüßen wir sehr, die uns im Sinne der Verantwortung für die Strukturen und einer nachhaltigen und substanziellen Kulturförderung sehr sinnvoll und produktiv für die qualitativen Kulturaufgaben erscheint. Bzgl. der bildenden Kunst muss klar der Blick darauf gerichtet werden, dass das ein Bereich ist, der ohne Häuser und größere Institutionen mit denkbar wenig Zuwendungen auskommen muss. Im Vergleich zu anderen Sparten besteht eine auffallende Unterrepräsentanz, indem es bereits jetzt kaum institutionelle Förderung gibt (da es sich auch im Bereich der Museen um die Förderung von Stadtmuseen und nicht solche der bildenden Kunst handelt). Aus dem Blickwinkel qualitativer Bemühungen und Konzentrationen muss uns daran gelegen sein, dass eine längerfristige und nachhaltige und damit profil- und sachbestimmte Programmplanung der kontinuierlich den Bereich aufrecht und lebendig erhaltenden Vereine und Akteure gewährleistet ist. Mit der Stärkung der Strukturen für ihre Präsentation und Vermittlung werden die Profile der bildkünstlerischen Arbeit, und damit ihrer gesellschaftlichen Nutzung unterstützt. Die Entwicklung einer kulturellen Basis für die Entstehung und Darstellung von Kunst bedarf der kontinuierlichen Unterstützung solcher „institutionellen Kerne“ zu ihrer Entwicklung und qualitativen Ausprägung im Kulturraum. Auch die Entwicklung innovativer Projekte, temporärer Aktivitäten und Kunst im öffentlichen Raum braucht für ernstzunehmende Profile eine längerfristige Basis und einen Hintergrund, um eine vitale Entwicklung zu ermöglichen und dem Aspekt der Tradition und Heimatpflege einen neuen Akzent hinzuzufügen und junge Kräfte zu aktivieren und an die Region zu binden.

Gerade die bildende Kunst braucht eine spartenspezifische Bewertung und Beiräte, die die fachspezifische Beurteilung übernehmen können, sonst kann sich keine gute und vorausweisende Kunst durchsetzen und entwickeln, in ihrer auch regionalen Spezifik und Bedeutsamkeit. In Bezug auf kulturelle Bildung kommt nicht nur den Kommunen sondern besonders auch dem Kulturraum eine Verpflichtung für den Unterhalt und die Pflege bildkünstlerischer Aktivitäten zu. Besonders der Kulturraum hat die Verantwortung, kulturelle Qualität zu schützen, wo eine spezifische fachliche Vermittlung und prägnante künstlerische Positionen als bildende und identifikatorische Größe wirken.

Auch ein Sparzwang rechtfertigt nicht das leichtfertige Im-Stich-Lassen weitgehend selbstlos arbeitender Strukturen und ehrenamtlicher Arbeit der Kunstvereine und deren unterhaltene Galerien, die mit einem geringen Budgetbeitrag in der Sparte Bildende Kunst eine aktive bildkünstlerische Belebung und Einlösung des Kulturraums im Sinne der Kultur vor Ort ermöglichen.