Aktuelle Mitteilungen

Aufruf zur Stimmabgabe für die Mitgliederversammlung der VG-Bildkunst

Am 29. Juli 2017 wird die Mitgliederversammlung der VG Bild-Kunst (im Antrag 8 ihrer Tagesordnung) über neue Verteilregeln für Privatkopie-Einnahmen abstimmen. Für den veränderten Verteilungsplan ist eine Neuerung vorgesehen, die „Kopiervergütung Kunstausstellungen“, die als zukünftiges Meldeverfahren durch eine einfache Angabe von Ausstellungstätigkeiten (, die im Verteilungsplan näher definiert werden) dem Mitglied die Möglichkeit bieten, unkompliziert und effektiv zu seiner Ausschüttung zu kommen. Diese neue Konstruktion wird die bisher möglichen Meldungen von Homepages ersetzen, die wegen einer Gesetzesänderung obsolet geworden sind (s. auch Juni Newsletter der VG Bildkunst).

Für die Abstimmung besteht die Möglichkeit der Stimmübertragung an den BBK Bundesverband per ausgefülltem Formular, gefaxt oder per Post bis 25. Juli. Damit wird der BBK ermächtigt, für die neuen Regeln im Sinne der Ausschüttung der Gelder auf Grundlage der Meldung der Ausstellungen, ohne die notwendige Angabe von Homepages, zu stimmen.

Die „Kopiervergütung Kunstausstellungen“ sieht vor, dass sich die Ausschüttung an der Medienpräsenz der Künstlerinnen und Künstler über die Messgröße Ausstellungspräsenz orientiert.

Nicht zu verwechseln ist diese „Kopiervergütung Kunstausstellungen“ der VG Bild-Kunst mit einer Ausstellungsvergütung, deren Verankerung im Urhebergesetz die Initiative Ausstellungsvergütung fordert.

Einladung und Unterlagen zur Mitgliederversammlung der VG Bild-Kunst am 29.Juli 2017

Eine kontroverse Einschätzung der Sachlage nimmt der BBK Berlin vor und lädt zur öffentlichen Debatte und Diskussionsbeteiligung ein:

Der Antrag zur Änderung des „Verteilplans Privatkopie digital“  bei der VG Bild-Kunst kann für viele Künstler*innen erhebliche finanzielle Konsequenzen haben. Künftig sollen Künstler*innen nicht mehr selbst digitale Werknutzungen gegenüber der VG melden können. Überhaupt sollen sich künftig Vergütungen nicht mehr an der tatsächlichen digitalen Werknutzung orientieren, obwohl diese technisch ohne weiteres darstellbar ist.

Stattdessen sieht der Antrag vor, dass die Verwertungsgesellschaft ihre maßgeblichen Einnahmen von ca. 40 Mio. Euro aus der „Geräteabgabe“ als „Kopierabgabe Kunstausstellungen“ künftig nach einem neuen Punktesystem verteilen will. In ihm sollen Künstler*innen Vergütungen für eine Teilnahme an Kunstausstellungen erhalten, wobei das Punktesystem Ausstellungen in „international/national bedeutenden Ausstellungsorten“ finanziell privilegiert.

Dieser Antrag wirft zahlreiche Fragen und Probleme auf:

  • Vergütungsansprüche orientieren sich dann nicht mehr an tatsächlicher Nutzung der urheberrechtlich geschützte Werke, sondern an künstlerischen Aktivitäten, die damit nichts oder nur am Rande zu tun haben;
  • finanzielle Auswirkungen: Künstler*innen, die bisher digitale Werknutzungen gemeldet und dafür Vergütungen erhalten haben, werden gravierende Einbußen hinnehmen müssen. Es besteht die Gefahr einer Umverteilung von Einnahmen der VG Bild-Kunst von unten nach oben;
  • die „Kopiervergütung Kunstausstellungen“ vergütet die Teilnahme an Kunstausstellungen aus Einnahmen, die der Verwertungsgesellschaft aus der Geräteabgabe bereits zur Verfügung stehen. Sie werden also nur umverteilt und keine neue Einnahmen generiert. Die „Kopiervergütung Kunstausstellungen“ wird also von den Künstler*innen, die Mitglieder der VG sind, selbst bezahlt!

Kurze rechtliche Stellungnahme zur Pressemitteilung vom 05.06.2017 der „Initiative Ausstellungsvergütung“


Das bildungswerk des bbk berlin und der bbk berlin haben am 12.Juli laden zu einer Diskussionsveranstaltung ins eingeladen

#Ich krieg' weniger - Zum neuen Verteilungsplan der VG Bild-Kunst


Gesprächsleitung: Dr. Frieder Schnock, Geschäftsführer bildungswerk des bbk berlin
Einführung:  Martin Zellerhoff, bildender Künstler / Initiator von #Ich krieg weniger
Kurzvortrag: Dr. Urban Pappi, Geschäftsführender Vorstand der VG Bild-Kunst
Kurzvortrag: Serge Licht, LaPixa Berlin: „Online Monitoring-Auffinden von Bildern im Internet“
Diskussion: Zu den Problemen des neuen Verteilungsplans der VG Bild-Kunst mit:

Die Veranstaltung kann hier in drei Teilen nachgehört werden:

1. Einführung Martin Zellerhoff: #Ich krieg weniger: Audiofile 11:55 min

2. Kurzvortrag Dr. Urban Pappi, Erklärung zum neuen Verteilplan: Audiofile 24:11 min

3. Diskussion Podium (Dr. Miriam Kellerhals, Urheberrechtsanwältin; Dr. Urban Pappi, Geschäftsführender Vorstand der VG Bild-Kunst; Werner Schaub, Vorstand der BG I der VG Bild-Kunst und Bundesvorsitzender und Sprecher des Bundesvorstandes BBK e.V.; Raimar Stange, Journalist und Kurator; Martin Zellerhoff, bildender Künstler / Initiator von #Ich krieg‘ weniger; Christina Zück, bildende Künstlerin) und Publikum: Audiofile 1:12:06 min

 

 

Die Anträge zur Ausstellungs- und zur Bildrechtevergütung sind auf der Internetseite der VG Bild-Kunst nachzulesen: