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Künstlerischer Vorlass von Max Uhlig

In ihrer Infomail 253 veröffentlichte die Kulturstiftung des Freistaates Sachsen am 28. März 2018 folgende Information:

Die Kulturstiftung des Freistaates Sachsen erhält mit dem künstleri­schen Vorlass sowie dem Wohn- und Atelierhaus von Max Uhlig große Teile des Lebenswerks eines herausragenden sächsischen Gegenwartskünstlers.
Der Dresdner Maler und Grafiker Max Uhlig zählt zu den international bedeutenden deutschen Gegenwartskünstlern. Seine Arbeiten sind in zahlreichen nationalen und internationalen Sammlungen vertreten. Im Jahr 2014 traten Max Uhlig und seine Ehefrau Angela Simon erstmals mit einem großzügigen Schenkungsangebot an die Kulturstiftung des Freistaates Sachsen heran. Nach umfangreichen Vorbereitungen konnte die Schenkung gestern vollzogen werden. Das haben heute der Künstler Max Uhlig, der Präsident der Kulturstiftung Ulf Großmann und die Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst Eva-Maria Stange auf einer Pressekonferenz in Dresden bekannt gegeben.

Die Schenkung ist in Art und Umfang einzigartig für Sachsen und die Bundesrepublik Deutschland. Sie umfasst derzeit nicht nur ca. 15.000 Kunstwerke aller Gattungen von den späten fünfziger Jahren bis in die Gegenwart, sondern auch das Wohn- und Atelierhaus des Künstlers im Helfenberger Grund. Dazu kommen eine umfangreiche Katalogbibliothek, Mobilien, Erinnerungsstücke und eine Vielzahl persönlicher Dokumente. Zu einem späteren Zeitpunkt werden noch weitere, teilweise auch neue Werke dazugegeben. Die Kulturstiftung übernimmt zukünftig sowohl die Betreuung des künstlerischen Vorlasses als auch schrittweise den Ausbau und den Betrieb des großräumigen Atelier- und Wohnhauses Max Uhligs als internationale Künstlerresidenz.
Der Maler, Zeichner und Grafiker Max Uhlig, 1937 in Dresden geboren, zählt zu den bedeutenden Gegenwartskünstlern in Deutschland und zu den wichtigsten Künstlern seiner Generation. Max Uhlig ist ein Protagonist der Gegenkunst-Szene in der DDR, deren Vertreter sich entschieden, im Land zu bleiben und sich nicht den von der SED oktroyierten ästhetischen und kunstpolitischen Richtlinien beugten. Er zählt heute zu den zentralen Gestalten der Kunstszene Dresdens in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, die in der Auseinandersetzung mit der klassischen Moderne, den Traditionslinien der Dresdner Kunst sowie der internationalen (westlichen) Kunst der Gegenwart jeweils eigenständige künstlerische Positionen entwickelten.
Eva-Maria Stange, Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst: „Wir danken Max Uhlig und seiner Ehefrau Angela Simon für diese großzügige Schenkung. Sie ermöglicht, dass dieser außergewöhnliche künstlerische Vorlass künftig der Öffentlichkeit zugänglich sein wird. Kunstwerke brauchen ihr Publikum, das sich an ihnen reibt und zur Auseinandersetzung mit aktuellen Fragen angeregt wird. In der gegenwärtigen Debatte um den Umgang mit Künstlernachlässen ist diese Schenkung zudem ein herausragendes Beispiel für die vorausschauende und verantwortliche Bewahrung eines künstlerischen Lebenswerks."
Ulf Großmann, Präsident der Kulturstiftung: "Eine lange und umfangreiche Vorarbeit findet heute ihren Abschluss. Zukünftig ist es möglich, das reichhaltige Werk von Max Uhlig an dessen Entstehungs- und Wirkungsort zu erforschen, zu pflegen, zu vermitteln und auszustellen. Für die Kulturstiftung ist die Möglichkeit der dauerhaften Präsenta­tion eines einzigartigen Oeuvres eine unerwartete, glückliche Fügung, die uns stolz und glücklich macht. Ich danke Max Uhlig und Angela Simon sehr herzlich für ihre großherzige und weitblickende Schenkung."
Ralph Lindner, Stiftungsdirektor der Kulturstiftung: "Die geplante Errichtung einer inter­nationalen Künstlerresidenz ist eine einmalige Chance für den Freistaat Sachsen. In naher Zukunft soll am Dresdner Elbhang eine lebendige, länder- und kulturverbindende Institution entstehen, die das bestehende Kunst- und Kulturangebot in der Landeshauptstadt Dresden erweitert und eine Verbindung zum internationalen Kunstleben schafft. Das neue "Max Uhlig Haus" ist auch in diesem Sinne eine großzügige Schenkung."
Max Uhlig und Angela Simon: "Wir sind glücklich, unser Lebenswerk bei der Kulturstiftung in guten Händen zu wissen. Seit einigen Jahren haben wir im Kreis der Familie über eine würdige Form des Übergangs nachgedacht. Das künftige "Max Uhlig Haus" soll nach unserem Willen einen fruchtbaren Dialog zwischen den künstlerischen Generationen stiften und für junge Künstlerinnen und Künstler, kunstwissenschaftlich Interessierte und auch für alle Dresdner und Einwohner Sachsens ein neuartiger und einmaliger Anziehungspunkt werden."
Mit den Umbauarbeiten soll noch in diesem Jahr begonnen werden.

Weitere Informationen: Dr. Manuel Frey, 0351-8848015