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Tagungsbericht Perspektivenworkshop Künstlernachlässe

Königshain in der Oberlausitz – mit seinen Schlossanlagen ins Gespräch gekommen als ein denkbares und ausbaufähiges Zentrum für Künstlernachlässe - bot am 12. September Raum zur fachlichen Diskussion eines Fachteilnehmerkreises zu Perspektiven der Nachlasssicherung in Sachsen.

Veranstaltet wurde die Arbeitsplattform gemeinsam von Sächsischem Kultursenat, Landesverband Bildende Kunst Sachsen e.V. sowie Kulturraum Oberlausitz-Niederschlesien, gefördert vom Sächsischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst. Im fachlichen Austausch von Künstlern, Museumsleuten, Kulturpolitikern und Gremienverantwortlichen wurde eine sinnvolle Wegrichtung bezüglich des verantwortlichen Umgangs mit bildkünstlerischen Lebenswerkbeständen und dazu nötiger Instrumentarien sondiert, was anhand dreier differierender Modell-Perspektiven abgewogen wurde.

Nach einleitenden Input-Vorträgen zur allgemeinen Zielstellung und zum Wissens- und Erfahrungsstand bspw. zur Praxissituation in Sachsen und bundesweit, sowie zur digitalen Werkdatenbank und zu rechtlichen Besonderheiten wurde an drei Workshop-Tischen intensiv über die einzelnen Perspektiv-Vorschläge „Zentrum für künstlerische Vor- und Nachlässe“, „Kompetenzzentrum für Künstlernachlässe“ und „Dezentral/ Mobil“ diskutiert und im Vergleich deren mögliche Nachteile und Vorteile erörtert.

Bei der Abschlussdiskussion ließ sich ein deutlicher Konsens im Hinblick auf den Beratungsbedarf zur Unterstützung bei der Künstlernachlassproblematik in ihren unterschiedlichen Facetten konstatieren, der durch das Knowhow eines landesweiten Ansprechpartners mit institutionell und personell entsprechenden Voraussetzungen getragen werden soll. Indem man sich explizit über die Notwendigkeit des Ausbaus von Instrumentarien für eine dezidierte Beschäftigung mit Künstlernachlässen und Lebenswerkbeständen bewusst ist, die anders ausgerichtet ist als die Arbeit der Museen nach Sammlungsschwerpunkten, dreht sich die Frage nicht um das „Ob“ sondern um das „Wie“ und nicht entweder nur um Bewahren oder nur um Präsentation von Künstlerwerken, sondern um eine sinnvolle Verbindung von beidem - Sicherung und Verlebendigung im Sinne der Künstler und des öffentlichen Angebotes vor Ort.

Fraglich ist nicht, ob dazu eine zentrale Einrichtung bestehen soll, sondern wie je individuelle Fälle und Bemühungen durch eine mögliche koordinierte Begleitung am besten unterstützt werden können. Eine sächsische Nachlasslösung soll in jedem Fall auf die Stärkung und Beförderung verantwortlicher Bemühungen und zu Nutzen regionaler und wissenschaftlicher Arbeit ausgerichtet sein. Alles in allem wird der erste Schritt im Aufbau einer landesweit wirksamen Beratungsstruktur zu sehen sein, die in weiteren Schritten in die Schaffung von optimalen Depotkapazitäten und Fördermöglichkeiten als Hintergrund für die Deckung eines fachlich begründeten Bedarfs münden muss.