Ausstellungsvergütung

Honorierung von Leistung - Richtlinie zur Ausstellungsvergütung für bildende Künstler/innen in Sachsen

Mit der Herausgabe der Richtlinie zur Ausstellungsvergütung wird der Anspruch auf leistungsgerechte Bezahlung bildender Künstler zum ersten Mal in Form eines kompakten fundierten Zahlenwerks geltend gemacht. Der Landesverband Bildende Kunst Sachsen e.V. ist damit in eine bundesweite Vorreiterrolle getreten, die im Sommer 2014 in eine "Leitlinie zur Vergütung von Leistungen im Rahmen von Ausstellungen" des Bundesverbandes Bildender Künstlerinnen und Künstler gemündet ist.

Mit der Ausstellungsvergütung treten wir dafür ein, dass der Auftritt des bildenden Künstlers – die Ausstellung – so selbstverständlich vergütet wird, wie der Auftritt der Künstler aller anderer Gattungen. Die vorliegende Richtlinie gibt dafür ein praktikables, schnell überschaubares und leicht verständliches Instrument in die Hand, das auch Ausstellungsveranstalter schnell erfassen können. Sie soll im Sinne einer Gebührenordnung gelten, außer bei kommerziellen Galerie-Partnern, da diese i.d.R. schon im eigenen Interesse für einen professionellen kontinuierlichen Verkauf von Kunstwerken Sorge tragen!

Auch dort, wo die Forderung nach Ausstellungsvergütung zunächst auf Unverständnis und/oder Ablehnung stößt, oder dort, wo nachvollziehbar die Mittel dafür einfach nicht reichen, etwa in kleinen Kunstvereinen, soziokulturellen Einrichtungen, kleinen privat organisierten Ausstellungsräumen etc., muss für ein notwendiges Umdenken der berechtigte Bedarf der Künstler angezeigt werden, durch ein professionelles Selbstverständnis als Leistungsangebot in einer Leistungsgesellschaft, die auf dem Grundprinzip gegenseitiger Leistungsvergütung beruht, gemeinsam und solidarisch für die Verbesserung der Einkommen der Künstler zu wirken.
Es obliegt nach wie vor der persönlichen Verhandlung, angemessene Konditionen individuell auszuhandeln, die mglw. in Form von Projekthonoraren, Installationsaufwendungen etc. gezahlt werden. Die Richtlinie bietet professionelle Orientierungswerte und eine gestärkte Verhandlungsbasis.

Ausstellungen sollten nicht nur als Möglichkeiten der Verkaufsförderung für Künstler betrachtet werden. Das künstlerische Angebot beruht nicht nur auf einem Bilderhandel, sondern beinhaltet umfassende Gestaltungsleistungen. Wir sind überzeugt davon, dass nicht mehr nur eine Produkt- sondern eine Leistungsbestimmung im Bereich der bildenden Kunst notwendig ist und dass auch im Sinne der qualitativen Bewertung eine selbstverständliche Entgeltung künstlerischer Leistungen zum Usus werden muss.

Mit einer Ausstellungsvergütungsregelung lassen sich Qualitätskriterien und Transparenz der Leistungen sowie ein Wert und eine Vergleichbarkeit der Angebote herstellen, zugunsten eines künstlerischen Wettbewerbs. Während sich andere Freie Berufe bei der Vergütung ihrer Leistung selbstverständlich auf ihre Gebührenordnungen beziehen, müssen auch künstlerische konzeptuelle, gestalterische und organisatorische Leistungen für einen Ausstellungsort vergütungspflichtig sein, besonders auch, wenn - wie oft - keine Verkäufe stattfinden.

Grundsätzlich ist die Vergütung der Ausstellungsleistung bereits im geltenden Urheberrecht verankert:

§ 11 Urheberrechtsgesetz:

„Das Urheberrecht schützt den Urheber in seinen geistigen und persönlichen Beziehungen zum Werk und in der Nutzung des Werkes. Es dient zugleich einer angemessenen Vergütung für die Nutzung des Werkes.“

Zweifellos ist die Ausstellung eine „Nutzung des Werkes“ !

Anlagen

  • Richtlinie zur Ausstellungsvergütung für bildende Künstler in Sachsen (Download)
  • Jahresmagazin Künstlerische Leistungen (Download)

    LyH