Corona

Auf dieser Seite finden Sie allgemeine Hilfsprogramme in bezug auf die Corona-Pandemie, weiterführende Links und Tipps.

Spezielle Ausschreibungen für bildende Künstler:innen, etwa in den verschiedenen Hilfsprogrammen von NEUSTART KULTUR, veröffentlichen wir unter Ausschreibungen.

NEUSTARTHILFE 2022

Wer wird gefördert?

Für die Neustarthilfe 2022 grundsätzlich antragsberechtigt sind selbständig erwerbstätige Soloselbständige, Kapitalgesellschaften und Genossenschaften (im Folgenden zusammen mit den Soloselbständigen: Antragstellende) aller Branchen, wenn sie

als Soloselbständige ihre selbständige Tätigkeit im Haupterwerb ausüben, das heißt dass der überwiegende Teil der Summe ihrer Einkünfte (mindestens 51 Prozent) aus einer gewerblichen und/oder freiberuflichen Tätigkeit stammt oder

als Ein-Personen-Kapitalgesellschaft den überwiegenden Teil der Summe der Einkünfte (mindestens 51 Prozent) aus vergleichbaren Tätigkeiten erzielen und die Gesellschafterin oder der Gesellschafter 100 Prozent der Geschäftsanteile an der Ein-Personen-Kapitalgesellschaft hält und mindestens 20 Stunden pro Woche von dieser beschäftigt wird oder

als Mehr-Personen-Kapitalgesellschaft den überwiegenden Teil ihrer Einkünfte (mindestens 51 Prozent) aus vergleichbaren Tätigkeiten erzielen und mindestens eine oder einer der Gesellschafterinnen oder Gesellschafter 25 Prozent oder mehr der Gesellschaftsanteile hält und mindestens 20 Stunden pro Woche von der Gesellschaft beschäftigt wird oder

als Genossenschaft den überwiegenden Teil ihrer Einkünfte (mindestens 51 Prozent) aus vergleichbaren Tätigkeiten  erzielen und mindestens ein Mitglied mindestens 20 Stunden pro Woche von der Genossenschaft beschäftigt wird und die Genossenschaft insgesamt nicht mehr als zehn Angestellte beschäftigt, wobei Angestellte, die nicht Mitglieder sind, weniger als ein Vollzeit-Äquivalent ausmachen müssen,

  • weniger als eine Angestellte oder einen Angestellten (Vollzeit-Äquivalent) beschäftigen, die oder der nicht Gesellschafterin oder Gesellschafter oder Mitglied der oder des Antragstellenden ist,
  • bei einem deutschen Finanzamt für steuerliche Zwecke erfasst sind,
  • ihre selbständige Geschäftstätigkeit vor dem 1. Oktober 2021 aufgenommen haben beziehungsweise vor dem 1. Oktober 2021 gegründet wurden und
  • keine Fixkostenerstattung in der Überbrückungshilfe IV beantragt oder erhalten haben und für denselben Förderzeitraum noch keine Neustarthilfe Plus beantragt oder erhalten haben; siehe im Einzelnen hierzu die untenstehenden Hinweise.

Was wird gefördert?

Mit der Neustarthilfe 2022 werden Soloselbständige, Kapitalgesellschaften und Genossenschaften unterstützt, deren wirtschaftliche Tätigkeit in dem Förderzeitraum 1. Januar bis 30. Juni 2022 Corona-bedingt eingeschränkt ist. Die Neustarthilfe 2022 knüpft an die bisherige Neustarthilfe Plus an und ergänzt auch weiterhin die bestehenden Sicherungssysteme, wie zum Beispiel die Grundsicherung. Antragstellende, welche die Fixkostenerstattung im Rahmen der Überbrückungshilfe IV nicht in Anspruch nehmen, können einmalig für das erste Quartal 2022 als Unterstützungsleistung (Neustarthilfe 2022) 50 Prozent des im Vergleichszeitraum erwirtschafteten Referenzumsatzes erhalten

Die Neustarthilfe 2022 wird in einem ersten Schritt als Vorschuss ausgezahlt, bevor die tatsächlichen Umsätze in dem Förderzeitraum 1. Januar bis 30. Juni 2022 feststehen. Erst nach Ablauf des Förderzeitraumes wird auf Basis des endgültig realisierten Umsatzes im Förderzeitraum die Höhe der Neustarthilfe 2022 berechnet, auf den die oder der Antragstellende Anspruch hat. Die oder der Antragstellende darf die als Vorschuss gewährte Neustarthilfe 2022 in voller Höhe behalten, wenn sie oder er Umsatzeinbußen von 60 Prozent oder mehr zu verzeichnen hat. Fallen die Umsatzeinbußen geringer aus, ist die Neustarthilfe 2022 (anteilig) zurückzuzahlen. Sie ist somit als Liquiditätsvorschuss zu verstehen, der im Falle eines positiven Geschäftsverlaufs der oder des Antragstellenden (anteilig) zurückgezahlt werden muss.

Wie wird gefördert?

Die „Neustarthilfe 2022“ umfasst einen einmaligen Zuschuss von bis zu 4.500 Euro für Soloselbständige und Kapitalgesellschaften mit einer Gesellschafterin beziehungsweise einem Gesellschafter sowie von bis zu 18.000 Euro für Kapitalgesellschaften mit mehreren Gesellschafterinnen beziehungsweise Gesellschaftern und Genossenschaften.

Infos & Anträge: Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz

Antragsfrist: 15. Juni 2022

ÜBERBRÜCKUNGSHILFE IV

Wer wird gefördert?
Grundsätzlich sind Unternehmen bis zu einem weltweiten Umsatz von 750 Millionen Euro im Jahr 2020, Soloselbständige und selbständige Angehörige der Freien Berufe im Haupterwerb aller Branchen für den Förderzeitraum Januar 2022 bis März 2022 antragsberechtigt, die in einem Monat des Förderzeitraums einen coronabedingten Umsatzeinbruch von mindestens 30 Prozent im Vergleich zum Referenzmonat im Jahr 2019 erlitten haben.

Was wird gefördert?
Förderfähig sind fortlaufende, im Förderzeitraum Januar bis März 2022 anfallende vertraglich begründete oder behördlich festgesetzte und nicht einseitig veränderbare betriebliche Fixkosten, die auch branchen-spezifischen Besonderheiten Rechnung trägt. Kosten gelten dann als nicht einseitig veränderbar, wenn das zugrunde liegende Vertragsverhältnis nicht innerhalb des Förderzeitraums gekündigt oder im Leistungsumfang reduziert werden kann, ohne das Aufrechterhalten der betrieblichen Tätigkeit zu gefährden.

Wie wird gefördert?
Die Überbrückungshilfe IV kann für bis zu drei Monate (Januar 2022 bis März 2022) beantragt werden. Der maximale Zuschuss beträgt 10.000.000 Euro pro Fördermonat. Dies gilt auch für verbundene Unternehmen.

Die Überbrückungshilfe IV erstattet einen Anteil in Höhe von

  • bis zu 90 Prozent der förderfähigen Fixkosten bei Umsatzeinbruch > 70 Prozent
  • bis zu 60 Prozent der förderfähigen Fixkosten bei Umsatzeinbruch ≥ 50 Prozent und ≤ 70 Prozent
  • bis zu 40 Prozent der förderfähigen Fixkosten bei Umsatzeinbruch ≥ 30 Prozent und < 50 Prozent

im Fördermonat im Vergleich zum entsprechenden Monat des Jahres 2019.

Unternehmen, die infolge von Corona-Regelungen wegen Unwirtschaftlichkeit freiwillig geschlossen haben, können zeitlich befristet zunächst vom 1. bis 31. Januar 2022 Überbrückungshilfe IV beantragen.

Infos & Anträge: ueberbrueckungshilfe-unternehmen.de.

Antragsfrist: 15. Juni 2022
Die Überbrückungshilfe IV kann nur über einen prüfenden Dritten beantragt werden.

Sonderfonds des Bundes für Kulturveranstaltungen

Ein Sonderfonds des Bundes in Höhe von bis zu 2,5 Milliarden Euro unterstützt Wiederaufnahme und Planbarkeit von Kulturveranstaltungen mit zwei Bausteinen:

  • Eine Wirtschaftlichkeitshilfe für kostenpflichtige Veranstaltungen, die entsprechend der Hygienekonzepte mit nur reduziertem Publikum stattfinden können soll coronabedingte Verluste der Veranstalter:innen ausgleichen. Sie greift bei Veranstaltungen mit bis zu 500 Personen ab dem 1. Juli 2021, mit bis zu 2.000 Personen ab dem 1. August 2021. Erstattet werden Einnahmeausfälle aufgrund verringerter Ticketkontingente für die ersten 1.000 Tickets, bei einer coronabedingten Verringerung des Ticketkontingents um mind. 20% werden die Ticketeinnahmen verdoppelt, bei Verringerung um mind. 75% verdreifacht. Förderfähig sind Kulturveranstaltungen wie Konzerte, Festivals, aber auch Lesungen, Ausstellungen usw. Einnahmeausfälle unter 1.000 Euro werden nicht erstattet; es können aber mehrere kleine Veranstaltungen zusammen gefasst werden, um die Bagatellgrenze zu überschreiten.
  • Eine Ausfallabsicherung für größere Kulturveranstaltungen (über 2.000 Besucher:innen) ab 1. September 2021 soll Planungssicherheit schaffen. Im Falle einer (Teil-) Absage, einer Reduzierung der Teilnehmer:innen oder einer Verschiebung übernimmt der Fonds max. 80 Prozent der entstehenden Ausfallkosten. Bei kleineren Veranstaltungen ist die Ausfallabsicherung in der Wirtschaftlichkeitshilfe integriert.

Zwingende Voraussetzung für eine Förderung ist die Registrierung der Veranstaltung vor dem geplanten Veranstaltungsdatum. Bei der Registrierung beider Programme gilt das Windhundprinzip. Es lohnt sich also, geplante Veranstaltungen zeitnah anzumelden, die Registrierung ist seit dem 15. Juni möglich.

Das Programm wurde verlängert: Die Absage der Veranstaltung muss spätestens bis zum 31.12.2022 erfolgen und bis zu diesem Datum über die Registrierungsplattform gemeldet werden.

Der Fonds greift dezidiert auch bei Sonderausstellungen und Kunstfestivals. Da Ausfallhonorare förderfähige Kosten sind, ist es umso wichtiger, im Vorfeld von Ausstellungen Honorare (mitsamt  Ausfallhonoraren) vertraglich zu regeln. Hierfür bietet die Ausstellungsleitlinie des Bundesverbandes Bildender Künstlerinnen und Künstler eine gute Orientierungshilfe.


Infos & Anträge: sonderfonds-kulturveranstaltungen

Erleichterter Zugang zur Grundsicherung für Solo-Selbständige

Solo-Selbständige erhalten aufgrund der Pandemie einfacher Grundsicherung.Die Regelungen über den erleichterten Zugang zur Grundsicherung gelten für Bewilligungszeiträume, die bis zum 31. Dezember 2022 beginnen.

Das bedeutet eine befristete Einschränkung der Vermögensprüfung, die befristete Anerkennung der tatsächlichen Kosten für Unterkunft und Heizung sowie Vereinfachungen bei der Bewilligung vorläufiger Leistungen. Alle Vereinfachungen hat das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) hier aufgeführt.

Infos & Anträge: Bundesagentur für Arbeit und FAQ

Sächsische Förderung „Härtefälle in der Kultur“

Kunst- und Kultureinrichtungen in freier Trägerschaft, die von der Corona-Krise betroffen sind, können Anträge auf Förderung nach der Richtlinie »Corona-Härtefälle Kultur« bei der Sächsischen Aufbaubank (SAB) stellen. Geförderte erhalten einen Zuschuss bis zu 10.000 Euro, in begründeten Ausnahmefällen bis zu 50.000 Euro. Der Zuschuss richtet sich an juristische Personen des Privatrechts sowie Personengesellschaften mit und ohne anerkannte Gemeinnützigkeit, in bestimmten Fällen können Einzelunternehmer gefördert werden.

Was wird gefördert:

  • Der Zuschuss dient der Überbrückung von Liquiditätsengpässen, die aus unabweisbaren Einnahmeausfällen (coronabedingte Mindereinnahmen) und/oder notwendige zusätzliche Betriebsausgaben (coronabedingte Mehrausgaben, z. B. für Hygienemaßnahmen, digitale Angebote als Veranstaltungsersatz) resultieren.
  • Leistungen Dritter, die erhalten wurden oder beanspruchen werden können, sind vom Liquiditätsbedarf abzuziehen (z. B. Zuschüsse des Bundes, Leistungen der Kommunen und Kulturräume, Ansprüche nach dem Infektionsschutzgesetz, Versicherungsleistungen).
  • Die gleichzeitige Inanspruchnahme mehrerer Zuschussprogramme des Freistaates Sachsen mit ähnlicher Zielrichtung ist zulässig, wenn die Summe der Zuschüsse den Bedarf nicht übersteigt (keine Überkompensation).

Die Fördermöglichkeiten gehen bis zum 21. November 2022 und gelten nun auch für Musik-Klubs und Spielstätten, die von Einzelpersonen betrieben werden. Eine Klarstellung erfolgt hinsichtlich Personengesellschaften, die nunmehr ausdrücklich in der Richtlinie als Zuwendungsempfänger benannt sind.

Hier finden Sie die Pressemitteilung und hier das Förderprogramm auf der Internetseite der SAB.

Bei Rückfragen steht die Beratungshotline der SAB - Sächsische Aufbaubank Montag bis Freitag, jeweils 8 bis 18 Uhr, unter der Telefonnummer (0351) 4910 11 00 zur Verfügung.

KREATIVES SACHSEN ein ausführliches Video zu dem Soforthilfe-Zuschuss Härtefälle Kultur erstellt, in dem es gemeinsam mit dem Sächsischen Staatsministerium für Wissenschaft, Kultur und Tourismus und der Sächsischen Aufbaubank Fragen zu dem Programm und dem Antragsformular beantwortet.

Sachsen Plus

Sachsen schließt mit „Sachsen Plus" eine Förderlücke für Kleinstunternehmer:innen, Selbstständige und Freiberufler:innen. Unternehmen und Angehörige der Freien Berufe, die aufgrund ihrer Struktur im Programm Neustarthilfe des Bundes nicht antragsberechtigt sind und nur geringe Überbrückungshilfen III plus und IV des Bundes erhalten, wird ein ergänzender Zuschuss gewährt, um die pandemiebedingten Einschränkungen abzumildern und damit einen wirtschaftlichen Neustart zu erleichtern. Der nicht rückzahlbare Corona-Zuschuss kann bis zu 1.500 EUR pro Monat betragen. Der Antrag kann selbst gestellt werden, es bedarf keines „prüfenden Dritten“. Antragsfrist ist der 30. Juni 2022.

Mehr Infos hier.

Kulturland 2022. Sachsen als Bühne

Antragsberechtigt sind ausschließlich Kommunen im Freistaat Sachsen, d.h. kreisangehörige Städte und Gemeinden sowie die kreisfreien Städte. Es kann maximal ein Antrag durch eine antragsberechtigte Kommune gestellt werden.

Was wird gefördert

Gefördert werden Vorhaben von Kommunen in den Bereichen der Bildenden Kunst, der Darstellenden Kunst und Musik, der Digitalkultur, der Industriekultur, der Literatur, des Films, der Soziokultur sowie spartenübergreifende Projekte. Dazu gehören beispielsweise Kunst- und Kulturfestivals, Veranstaltungsreihen, Konzerte, Lesungen, Ausstellungen, Film-, Theater- und Tanzaufführungen, künstlerische Workshops oder auch Stadt- und Dorffeste mit einem umfassenden Kunst- und Kulturprogramm. Die Vorhaben sollten möglichst viele Bevölkerungsgruppen ansprechen und öffentlich zugänglich sein.

Wie wird gefördert?

Die Mindestantragssumme beträgt 10.000 Euro. Es werden grundsätzlich maximal 80 Prozent der zuwendungsfähigen Ausgaben bezuschusst. Im begründeten Einzelfall ist eine Förderung von mehr als 80 Prozent möglich, wenn mit der Antragstellung eine besonders prekäre kommunale Finanzlage durch die antragstellende Kommune nachweislich dar­gelegt wird. Der Nachweis ist auf der Grundlage des „Frühwarnsystem des SMI Kommunale Haushalte“ zu erbringen. Kommunen mit der Bewertung C können bis zu 90 Prozent der zuwendungsfähigen Ausgaben beantragen. Kommunen mit der Bewertung D können bis zu 100 Prozent der zuwendungsfähigen Ausgaben beantragen. Die Prüfung der Angaben erfolgt zum Stichtag 31.05.2022. Die Förderung erfolgt im Wege der Festbetragsfinanzierung. Zuwendungsfähig sind Sach- und Honorarausgaben, die in unmittelbarem Zusammenhang mit dem beantragten Vorhaben stehen. Projektvorhaben mit einer Antragssumme unter 10.000 Euro können von Kommunen im Jahr 2022 im Kleinprojektefonds für den ländlichen Raum eingereicht werden.

Infos & Anträge: Kulturstiftung des Freistaates Sachsen

Antragsfrist: 31. Mai 2022

Hilfestellung bei Berechnung der Neustarthilfe
Die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di hat umfangreiche Informationen zur Neustarthilfe zusammengestellt. Außerdem steht ein Excel-Rechner zur individuellen Berechnung der Neustarthilfe zur Verfügung. Damit lässt sich prüfen, ob und welche Hilfe jeweils zu erwarten ist.

Übersicht über Steuerberater:innen zur Beantragung der Corona-Überbrückungshilfen
Die Sächsische Steuerberaterkammer bietet eine Liste mit Steuerberater:innen, die freie Kapazitäten für die Beantragung der Überbrückungshilfe haben.

Übersichts- und Informationsseiten

Der Deutsche Kulturrat informiert regelmäßig und in kurzen Abständen in einem eigens für die Corona-Krise geschaffenen Newsletter über die neusten Entwicklungen, die für alle von Einschränkungen betroffenen Künstler und Künstlerinnen, kulturwirtschaftlichen Unternehmen, öffentlichen und privaten Kultureinrichtungen von Interesse sind. Die Newsletter des Deutschen Kulturrats finden Sie hier.

Wertvolle Informationen rund um das Thema finden Sie auch bei KREATIVES SACHSEN und beim Kompetenzzentrum für Kunst und Kreativwirtschaft des Bundes.

Arbeitnehmerinnen und Arbeiternehmer können sich über Lohnfortzahlungen im Fall von Quarantäne, Kurzarbeit, Betriebsschließungen und Kinderbetreuung durch Schul- und Kitaschließung hier informieren.

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung bietet ein FAQ – Antworten auf häufig gestellte Fragen.

Nachprüfungen zu November- und Dezemberhilfen

Zu den derzeit verstärkt stattfindenden Nachprüfungen zu November- und Dezemberhilfen durch die Sächsische Aufbaubank hat KREATIVES SACHSEN einige Antworten auf häufig gestellte Fragen zum Prüfprozess verfasst.

Sozialversicherungsbeiträge /Künstlersozialkasse (KSK)

Sozialversicherungsbeiträge von Arbeitgebern können nach § 76 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 SGB IV gestundet werden. Ansprechpartner sind die jeweiligen Krankenkassen, bei denen die ArbeitnehmerInnen versichert sind.

Als Selbständige können Sie bei Ihrer Krankenkasse darum bitten, aufgrund der wesentlich geringeren Umsatzprognose die Beiträge auf den Mindestbeitragssatz herabzusetzen. Künstler:innen, die in der Künstlersozialkasse (KSK) versichert sind, können eine Änderungsmitteilung darüber machen, dass sich ihr Arbeitseinkommen ändert.

Das Beziehen von Grundsicherung oder die Aufnahme einer nicht-künstlerischen oder publizistischen Tätigkeit führt nicht automatisch zur Beendigung der Mitgliedschaft in der KSK. Bis zum 31. Dezember 2022 gilt zudem eine erhöhte Zuverdienstgrenze für KSK-Versicherte. Durch diese Regelung wird ein Zuverdienst von bis zu 1.300 EUR im Monat aus einer selbstständigen nicht künstlerischen Tätigkeit ermöglicht, ohne dass der Versicherungsschutz in der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung nach dem Künstlersozialversicherungsgesetz entfällt. Weitere Infos hier.

Deutsche Künstler:innenhilfe für in Not geratene ältere Künstler:innen

  • Ein:e in Not geratene ältere:r Künstler:in kann sich selbst an die zuständige Behörde (siehe unten) wenden und Leistungen der Deutschen Künstlerhilfe gewissermaßen beantragen bzw. sich für sie bewerben.
  • Vorschlag durch fachkundige Dritte
  • Alternativ kann auch eine Künstlerorganisation, die Interessenvertretung oder ein Landesverband eine/n KünstlerIn oder mehrere KünstlerInnen bei der zuständigen Behörde des Landes für die deutsche Künstlerhilfe vorschlagen.
  • Die Hilfe richtet sich an professionelle Kunstschaffende, mit einer künstlerischen Tätigkeit als Haupterwerbsquelle.
  • Grundsätzlich unterstützt die Deutsche Künstlerhilfe KünstlerInnen und SchriftstellerInnen, die mit ihrem Werk eine kulturelle Leistung für die Bundesrepublik Deutschland erbracht haben und durch Krankheit, Alter oder widrige Umstände in finanzielle Bedrängnis geraten sind.

Voraussetzungen?

  • Lebensalter: Nach Angaben des Bundespräsidialamtes gibt es keine fest definierte Altersgrenze. Aber das Programm richtet sich eindeutig an lebensältere KünstlerInnen und Schriftsteller*innen, die auf ein jahrzehntelanges künstlerisches Schaffen zurückblicken. Erfahrungsgemäß dürfte es Personen unter einem Lebensalter von etwa Mitte 50 Jahren schwerfallen, dieses Kriterium zu erfüllen.
  • Künstlerische Leistungen: KünstlerInnen sollten sich von der Formulierung »Beitrag zum kulturellen Ansehen der Bundesrepublik Deutschland« nicht abschrecken lassen. Eine belegbare jahrzehntelange professionelle künstlerische Tätigkeit im Haupterwerb bietet viele Ansatzpunkte für einen Beitrag zum Ansehen der Bundesrepublik Deutschland. Preise, Ehrungen, Würdigungen, eine besondere internationale Zusammenarbeit, ein besonderes Medienecho, die Bezugnahme anderer Künstler*innen auf das Werk etc. – all diese beispielhaft angeführten Punkte, können eine besondere künstlerischen Leistungen zusätzlich belegen.
  • Notlage: Gemeint ist eine besondere finanzielle Notlage – die durch verschiedenste Lebensumstände, Schicksalsschläge, Katastrophen oder z. B. durch eine schwere physische und psychische Krankheit bedingt sein kann. Eine Einschränkung der künstlerischen Arbeit durch die COVID-19-Pandemie kann grundsätzlich auch als Ursache für eine finanzielle Notlage angeführt werden. Aber es gilt: Alle drei der oben genannten Kriterien sollen erfüllt sein.

Wie wird gefördert?

  • Die KünstlerInnen können eine solche Hilfe bei ihrer Landeskulturverwaltung (z. B. beim Kulturministerium oder bei der Senatsverwaltung des jeweiligen Landes) »beantragen«. Die KünstlerInnen können gleichsam auch von ihren Interessenverbänden oder KünstlerInnen-Organisationen vorgeschlagen werden.
  • Die Förderung erfolgt entweder in Form regelmäßiger Zahlungen – hauptsächlich für lebensältere oder schwer erkrankte KünstlerInnen – oder als einmalige Zuwendung in akuten Notlagen. Bei einer auf Dauer angelegten Unterstützung beträgt die Zuwendungssumme jährlich 7.500 Euro, die in drei Teilbeträgen ausgezahlt wird. Die Einmalzahlungen belaufen sich derzeit auf einen Betrag von 2.300 Euro pro Kalenderjahr

Infos & Anträge: Bundesverband freie Darstellende Künste

Was können selbständige Künstlerinnen und Künstler jetzt tun?

  • Dokumentieren Sie alle Ihre Einnahmeausfälle.
  • In der KSK versicherte Künstlerinnen und Künstler sollten jetzt, wenn sie absehen können, dass sie das im Voraus gemeldete Einkommen nicht erreichen, direkt eine neue Einkommensschätzung an die Künstlersozialkasse senden. Die Künstlersozialkasse hält hierfür eine Reihe an Formularen für Sie bereit.
  • Sollten Sie sich in einer akuten Notlage befinden, ist das örtliche Sozialamt bzw. die örtliche Stelle der Bundesagentur für Arbeit für Sie der richtige Ansprechpartner. Um aktuell den laufenden Lebensunterhalt bestreiten zu können, wurde eine vorübergehende Neuausrichtung des ALG II auf den Weg gebracht (Sozialschutzpaket). Demnach können Sie die Grundsicherung beantragen, ohne dass Vermögen und Wohnungsgröße geprüft werden. Ausgaben für Miete und Heizung werden in den ersten sechs Monaten in tatsächlicher Höhe anerkannt. Für Selbständige gibt es außerdem eine neue Sonder-Hotline: 0800 – 4 5555 23. Alternativ können auch Anträge auf Kindergeldzuschlag oder Wohngeld gestellt werden. Die Arbeitsagentur bietet gebündelte Informationen rund um die Themen: Kurzarbeitergeld, Arbeitslosengeld II für Selbständige/Freiberufler Arbeitslosengeld I für gekündigte Arbeitnehmer hier.
  • Im Quarantänefall gibt es Entschädigungszahlungen für Verdienstausfälle, bei Angestellten zahlt der Arbeitgeber das Arbeitsentgelt weiter und kann sich Geld im Nachhinein auf Antrag erstatten lassen. Selbstständige/Freiberufler beantragen eine Entschädigung direkt, zuständig ist die Landesdirektion Sachsen, Anträge sind bis spätestens 3 Monate nach Verdienstausfall mit diesen Antragsformularen zu stellen.  Weitere Informationen dazu, wie Selbständige bei Quarantäne entschädigt werden, finden Sie hier.
  • Auf Antrag können laufende Steuervorauszahlungen herabgesetzt oder ausgesetzt werden. Wenden Sie sich dafür direkt telefonisch oder mit einem formlosen Schreiben unter Angabe der Steuernummer an das zuständige Finanzamt.

Was können geförderte Vereine oder Projekte jetzt tun?

Sprechen Sie mit Ihrem Zuwendungsgeber, wenn sich derzeit Projekte nicht realisieren lassen. Schildern Sie die Situation und versuchen Sie gemeinsam Lösungen zu finden, in dem Fördermittel übertragen werden, Projekte verändert werden und weiteres mehr.

Notwendige Sorgfaltspflicht beim Empfang von Corona-Hilfen

Bei den momentan gewährten Soforthilfen auf Bundes- und Länderebene werden die Angaben in den Anträgen oft nicht vertieft geprüft, es reichen eidesstattliche Versicherungen oder eigene Erklärungen für den Erhalt der Mittel aus. Trotzdem gilt es, bei der Prüfung und Dokumentation der Sachverhalte mit der gebotenen Sorgfalt vorzugehen. Wie der Landesverband der Freien Berufe Sachsen mitteilte, werden die Anträge erfahrungsgemäß mittelfristig geprüft (dies war etwa auch der Fall bei den letzten beiden Hochwasserkatastrophen in Sachsen). Falsche Angaben können strafbar sein und bis zu fünf Jahren strafrechtlich verfolgt werden.

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