Corona

Auf dieser Seite finden Sie allgemeine Hilfsprogramme in bezug auf die Corona-Pandemie, weiterführende Links und Tipps.

Spezielle Ausschreibungen für bildende Künstler:innen, etwa in den verschiedenen Hilfsprogrammen von NEUSTART KULTUR, veröffentlichen wir unter Ausschreibungen.

NEUSTARTplus Plattformen der bildenden Kunst

Einrichtungen und Organisationen zur zeitgenössischen bildenden Kunst mit Sitz in Deutschland können Zuschüsse für Projektvorhaben in Höhe von 10.000 Euro bis 70.000 Euro beantragen, die im Zeitraum vom 1.01.2023 und 30.06.2023 umgesetzt oder begonnen werden. Ein Eigenanteil von 10% ist erforderlich.
Antragsberechtigt sind z.B. Kunst- und Atelierhäuser, Produzent:innengalerien, Kunstvereine, Galerien, Künstler:innenkollektive und freie Kunstorte mit überregionaler Wirkung, die in Deutschland Kunst analog ausstellen, vermitteln oder Veranstaltungen zum künstlerischen Diskurs führen.
Antragsfrist: 15. September

Infos und Anträge

Sonderfonds des Bundes für Kulturveranstaltungen

Ein Sonderfonds des Bundes in Höhe von bis zu 2,5 Milliarden Euro unterstützt Wiederaufnahme und Planbarkeit von Kulturveranstaltungen mit zwei Bausteinen:

  • Eine Wirtschaftlichkeitshilfe für kostenpflichtige Veranstaltungen, die entsprechend der Hygienekonzepte mit nur reduziertem Publikum stattfinden können soll coronabedingte Verluste der Veranstalter:innen ausgleichen. Sie greift bei Veranstaltungen mit bis zu 500 Personen ab dem 1. Juli 2021, mit bis zu 2.000 Personen ab dem 1. August 2021. Erstattet werden Einnahmeausfälle aufgrund verringerter Ticketkontingente für die ersten 1.000 Tickets, bei einer coronabedingten Verringerung des Ticketkontingents um mind. 20% werden die Ticketeinnahmen verdoppelt, bei Verringerung um mind. 75% verdreifacht. Förderfähig sind Kulturveranstaltungen wie Konzerte, Festivals, aber auch Lesungen, Ausstellungen usw. Einnahmeausfälle unter 1.000 Euro werden nicht erstattet; es können aber mehrere kleine Veranstaltungen zusammen gefasst werden, um die Bagatellgrenze zu überschreiten.
  • Eine Ausfallabsicherung für größere Kulturveranstaltungen (über 2.000 Besucher:innen) ab 1. September 2021 soll Planungssicherheit schaffen. Im Falle einer (Teil-) Absage, einer Reduzierung der Teilnehmer:innen oder einer Verschiebung übernimmt der Fonds max. 80 Prozent der entstehenden Ausfallkosten. Bei kleineren Veranstaltungen ist die Ausfallabsicherung in der Wirtschaftlichkeitshilfe integriert.

Zwingende Voraussetzung für eine Förderung ist die Registrierung der Veranstaltung vor dem geplanten Veranstaltungsdatum. Bei der Registrierung beider Programme gilt das Windhundprinzip. Es lohnt sich also, geplante Veranstaltungen zeitnah anzumelden, die Registrierung ist seit dem 15. Juni möglich.

Das Programm wurde verlängert: Die Absage der Veranstaltung muss spätestens bis zum 31.12.2022 erfolgen und bis zu diesem Datum über die Registrierungsplattform gemeldet werden.

Der Fonds greift dezidiert auch bei Sonderausstellungen und Kunstfestivals. Da Ausfallhonorare förderfähige Kosten sind, ist es umso wichtiger, im Vorfeld von Ausstellungen Honorare (mitsamt  Ausfallhonoraren) vertraglich zu regeln. Hierfür bietet die Ausstellungsleitlinie des Bundesverbandes Bildender Künstlerinnen und Künstler eine gute Orientierungshilfe.
Infos & Anträge: sonderfonds-kulturveranstaltungen

PROFIL:SOZIOKULTUR

Mit der Fortführung des Förderprogramms PROFIL:SOZIOKULTUR legt der Fonds Soziokultur seine Förderung im Rahmen des Rettungs- und Zukunftsprogramms NEUSTART KULTUR erneut auf. Die Antragstellung soll ab September 2022 über das Online-Antragsportal des Fonds Soziokultur möglich sein. Gefördert werden Entwicklungsprozesse im ersten Halbjahr 2023, die sich strukturellen und strategischen Fragen widmen. Die Projektförderung in dem Zeitraum wird ausgesetzt.
Weiter Infos hier.

Corona-Förderlinie für Freiberufler:innen in öffentlichen Museen

Bei der Ernst von Siemens Kunststiftung können folgende Projekte beantragt werden, wenn sie an Selbständige vergeben werden: kleinere Restaurierungsarbeiten oder abgrenzbare Teilaufträge an kunsthistorisch relevanten Objekten in Museumseigentum (2.000 € – 25.000 €), Zuarbeiten oder Schlusssteinfinanzierungen für Bestandskataloge, Werkverzeichnisse oder Ausstellungskataloge (2.000 € – 15.000 €). Antragsberechtigt sind nur öffentliche Museen und Sammlungen.

Konjunkturprogramm für Museen, Gedenkstätten, Ausstellungshäuser

Die Bundesregierung fördert investive Schutzmaßnahmen in Kultureinrichtungen, deren regelmäßiger Betrieb nicht überwiegend von der öffentlichen Hand finanziert wird. Im vom Deutschen Verband für Archäologie durchgeführten Programmteil können Heimatmuseen, private Museen, Ausstellungshäuser und öffentlich zugängliche Gedenkstätten Anträge stellen. Gefördert werden Umbau-, Modernisierungs- und Ausstattungsmaßnahmen, die zur nachhaltigen Reduktion von Ansteckungsgefahren erforderlich sind, sowie projektbezogene Personal- und Sachausgaben, insg. zwischen 5.000 und 100.000 €, mindestens 10 % müssen Eigen- und/oder Drittmittel sein.
Die Abgabefrist wurde bis zum 31. Dezember verlängert, allerdings endet das Antragsverfahren spätestens, wenn alle Mittel vergeben sind, eine zügige Antragstellung wird empfohlen.
Infos & Anträge

Deutsche Künstlerhilfe des Bundespräsidenten

Die Deutsche Künstlerhilfe des Bundespräsidenten richtet sich an professionelle lebensältere Künstler:innen aller Sparten, die auf ein längeres, umfangreiches künstlerisches Schaffen zurückblicken und die z. B. durch schwere Krankheit oder andere Widrigkeiten des Lebens in eine finanzielle Notlage geraten sind. Die Hilfen sind zwar ausdrücklich keine Coronahilfen zur Deckung des Lebensunterhaltes – aber wenn z. B. eine Corona-Erkrankung eine Einschränkung des künstlerischen Schaffens verursacht, kommt eine Hilfe in Betracht.

Wie bewerben?
•    Ein/e in Not geratene ältere/r Künstler:in kann sich selbst an die zuständige Behörde (siehe unten) wenden und sich für Leistungen der Deutschen Künstlerhilfe bewerben.
•    Ebenfalls ist ein Vorschlag durch fachkundige Dritte möglich.
•    Alternativ kann auch eine Künstlerorganisation, die Interessenvertretung oder ein Landesverband eine/n Künstler:in oder mehrere Künstler:innen bei der zuständigen Behörde des Landes für die deutsche Künstlerhilfe vorschlagen.

Wer kann sich bewerben?
•    Die Hilfe richtet sich an professionelle Kunstschaffende mit einer künstlerischen Tätigkeit als Haupterwerbsquelle.
•    Grundsätzlich unterstützt die Deutsche Künstlerhilfe Künstler:innen, die mit ihrem Werk eine kulturelle Leistung für die Bundesrepublik Deutschland erbracht haben und durch Krankheit, Alter oder widrige Umstände in finanzielle Bedrängnis geraten sind.
•    Nach Angaben des Bundespräsidialamtes gibt es keine fest definierte Altersgrenze. Aber das Programm richtet sich eindeutig an lebensältere Künstler:innen, die auf ein jahrzehntelanges künstlerisches Schaffen zurückblicken. Erfahrungsgemäß dürfte es Personen unter einem Lebensalter von etwa Mitte 50 Jahren schwerfallen, dieses Kriterium zu erfüllen.
•    Künstler:innen sollten sich von der Formulierung »Beitrag zum kulturellen Ansehen der Bundesrepublik Deutschland« nicht abschrecken lassen. Eine belegbare jahrzehntelange professionelle künstlerische Tätigkeit im Haupterwerb bietet viele Ansatzpunkte für einen Beitrag zum Ansehen der Bundesrepublik Deutschland. Preise, Ehrungen, Würdigungen, eine besondere internationale Zusammenarbeit, ein besonderes Medienecho, die Bezugnahme anderer Künstler:innen auf das Werk etc. – all diese beispielhaft angeführten Punkte, können eine besondere künstlerischen Leistungen zusätzlich belegen.
•    Notlage: Gemeint ist eine besondere finanzielle Notlage, die durch verschiedenste Lebensumstände, Schicksalsschläge, Katastrophen oder z. B. durch eine schwere physische und psychische Krankheit bedingt sein kann. Eine Einschränkung der künstlerischen Arbeit durch die COVID-19-Pandemie kann grundsätzlich auch als Ursache für eine finanzielle Notlage angeführt werden.

Wie wird gefördert?
•    Die Förderung erfolgt entweder in Form regelmäßiger Zahlungen – hauptsächlich für lebensältere oder schwer erkrankte Künstler:innen – oder als einmalige Zuwendung in akuten Notlagen. Bei einer auf Dauer angelegten Unterstützung beträgt die Zuwendungssumme jährlich 7.500 Euro, die in drei Teilbeträgen ausgezahlt wird. Die Einmalzahlungen belaufen sich derzeit auf einen Betrag von 2.300 Euro pro Kalenderjahr.

Mehr Infos dazu finden sich hier.

Erleichterter Zugang zur Grundsicherung für Solo-Selbständige

Solo-Selbständige erhalten aufgrund der Pandemie einfacher Grundsicherung.Die Regelungen über den erleichterten Zugang zur Grundsicherung gelten für Bewilligungszeiträume, die bis zum 31. Dezember 2022 beginnen.

Das bedeutet eine befristete Einschränkung der Vermögensprüfung, die befristete Anerkennung der tatsächlichen Kosten für Unterkunft und Heizung sowie Vereinfachungen bei der Bewilligung vorläufiger Leistungen. Alle Vereinfachungen hat das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) hier aufgeführt.

Infos & Anträge: Bundesagentur für Arbeit und FAQ

KulturErhalt

Einrichtungen sowie zivilgesellschaftliche Verbände im Bereich Kunst und Kultur, die ihren Sitz schon vor dem 15. März 2020 in Sachsen hatten und  von der Corona-Krise betroffen sind, können ab Mitte Juni 2022 Anträge auf Förderung nach der Richtlinie »KulturErhalt « bei der Sächsischen Aufbaubank (SAB) stellen. Geförderte erhalten einen Zuschuss von mind. 1500 bis max. 100.000 Euro. Die Förderung beträgt bis zu 80% der förderfähigen Ausgaben, wobei Eigenanteile können auch unbar erbracht werden können in Form von unbezahlten, freiwilligen Arbeitsstunden.

Gefördert werden Projekte, die den Einrichtungen ermöglichen, in und nach der Pandemie ihre Arbeit in den Einrichtungen gesichert und konstant weiterzuführen, insbesondere Veranstaltungen durchzuführen und dabei den Bedingungen des Infektionsschutzes aktuell und perspektivisch zu entsprechen und so auch künftig ihren kulturpflegerischen Auftrag erfüllen zu können. Solche Projekte sind:

  • Konzeptentwicklungen zur Erhöhung der Resilienz bezüglich möglicher weiterer pandemiebedingter Einschränkungen.
  • Fortsetzung pandemiebedingt unterbrochener Kooperationen.
  • Marketing- und Publikumskampagnen zur Rückgewinnung von Publikum nach der COVID-19 Pandemie.
  • Maßnahmen zur Fachkräfterückgewinnung und Qualifizierung für coronabedingte Aufgaben (zum Beispiel im Bereich Hygiene- und Testmaßnahmen) sowie Rückgewinnung von künstlerisch engagierten Personen, insbesondere aber nicht ausschließlich in den musikalischen Laien- und Amateurensembles; und zur Wiederherstellung pandemiebedingt verlorener künstlerischer Qualität.
  • Digitalisierungsprojekte

Im Zusammenhang mit diesen Projekten können außerdem gefördert werden

  • Investitionen, die für die Umsetzung von Hygienekonzepten nötig sind, zum Beispiel in Anschaffung von Belüftungssystemen, Testinfrastruktur und anderen Ausstattungsgegenständen oder in Umbaumaßnahmen.
  • Investitionen in Infrastruktur für Digitalisierung und andere zeitgemäße technische Maßnahmen wie Umgestaltung von Websites, digitale Kunst- und Kulturangebote, digitale Vermittlung, Ticketsysteme, IT-Sicherheit, Audioguides und Soundwalks sowie in damit verbundene notwendige Anschaffungen und Umbaumaßnahmen.
  • Beauftragung von Dienstleistern für die Umsetzung nötiger Hygienemaßnahmen, zum Beispiel COVID-19-Tests.

Die Maßnahmen müssen vollständig in 2022 umgesetzt werden.

Antragsfrist ist der 31. Oktober 2022 bei der SAB.

Corona-Härtefälle Kultur

Kunst- und Kultureinrichtungen in freier Trägerschaft, die von der Corona-Krise betroffen sind, können Anträge auf Förderung nach der Richtlinie »Corona-Härtefälle Kultur« bei der Sächsischen Aufbaubank (SAB) stellen. Geförderte erhalten einen Zuschuss bis zu 10.000 Euro, in begründeten Ausnahmefällen bis zu 50.000 Euro. Der Zuschuss richtet sich an juristische Personen des Privatrechts sowie Personengesellschaften mit und ohne anerkannte Gemeinnützigkeit, in bestimmten Fällen können Einzelunternehmer gefördert werden.

Was wird gefördert:

  • Der Zuschuss dient der Überbrückung von Liquiditätsengpässen, die aus unabweisbaren Einnahmeausfällen (coronabedingte Mindereinnahmen) und/oder notwendige zusätzliche Betriebsausgaben (coronabedingte Mehrausgaben, z. B. für Hygienemaßnahmen, digitale Angebote als Veranstaltungsersatz) resultieren.
  • Leistungen Dritter, die erhalten wurden oder beanspruchen werden können, sind vom Liquiditätsbedarf abzuziehen (z. B. Zuschüsse des Bundes, Leistungen der Kommunen und Kulturräume, Ansprüche nach dem Infektionsschutzgesetz, Versicherungsleistungen).
  • Die gleichzeitige Inanspruchnahme mehrerer Zuschussprogramme des Freistaates Sachsen mit ähnlicher Zielrichtung ist zulässig, wenn die Summe der Zuschüsse den Bedarf nicht übersteigt (keine Überkompensation).

Die Fördermöglichkeiten gehen bis zum 21. November 2022 und gelten nun auch für Musik-Klubs und Spielstätten, die von Einzelpersonen betrieben werden. Eine Klarstellung erfolgt hinsichtlich Personengesellschaften, die nunmehr ausdrücklich in der Richtlinie als Zuwendungsempfänger benannt sind.

Hier finden Sie die Pressemitteilung und hier das Förderprogramm auf der Internetseite der SAB.

Bei Rückfragen steht die Beratungshotline der SAB - Sächsische Aufbaubank Montag bis Freitag, jeweils 8 bis 18 Uhr, unter der Telefonnummer (0351) 4910 11 00 zur Verfügung.

KREATIVES SACHSEN ein ausführliches Video zu dem Soforthilfe-Zuschuss Härtefälle Kultur erstellt, in dem es gemeinsam mit dem Sächsischen Staatsministerium für Wissenschaft, Kultur und Tourismus und der Sächsischen Aufbaubank Fragen zu dem Programm und dem Antragsformular beantwortet.

Hilfestellung bei Berechnung der Neustarthilfe
Die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di hat umfangreiche Informationen zur Neustarthilfe zusammengestellt. Außerdem steht ein Excel-Rechner zur individuellen Berechnung der Neustarthilfe zur Verfügung. Damit lässt sich prüfen, ob und welche Hilfe jeweils zu erwarten ist.

Übersicht über Steuerberater:innen zur Beantragung der Corona-Überbrückungshilfen
Die Sächsische Steuerberaterkammer bietet eine Liste mit Steuerberater:innen, die freie Kapazitäten für die Beantragung der Überbrückungshilfe haben.

Übersichts- und Informationsseiten

Der Deutsche Kulturrat informiert regelmäßig und in kurzen Abständen in einem eigens für die Corona-Krise geschaffenen Newsletter über die neusten Entwicklungen, die für alle von Einschränkungen betroffenen Künstler und Künstlerinnen, kulturwirtschaftlichen Unternehmen, öffentlichen und privaten Kultureinrichtungen von Interesse sind. Die Newsletter des Deutschen Kulturrats finden Sie hier.

Wertvolle Informationen rund um das Thema finden Sie auch bei KREATIVES SACHSEN und beim Kompetenzzentrum für Kunst und Kreativwirtschaft des Bundes.

Arbeitnehmerinnen und Arbeiternehmer können sich über Lohnfortzahlungen im Fall von Quarantäne, Kurzarbeit, Betriebsschließungen und Kinderbetreuung durch Schul- und Kitaschließung hier informieren.

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung bietet ein FAQ – Antworten auf häufig gestellte Fragen.

Nachprüfungen zu November- und Dezemberhilfen

Zu den derzeit verstärkt stattfindenden Nachprüfungen zu November- und Dezemberhilfen durch die Sächsische Aufbaubank hat KREATIVES SACHSEN einige Antworten auf häufig gestellte Fragen zum Prüfprozess verfasst.

Sozialversicherungsbeiträge /Künstlersozialkasse (KSK)

Sozialversicherungsbeiträge von Arbeitgebern können nach § 76 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 SGB IV gestundet werden. Ansprechpartner sind die jeweiligen Krankenkassen, bei denen die ArbeitnehmerInnen versichert sind.

Als Selbständige können Sie bei Ihrer Krankenkasse darum bitten, aufgrund der wesentlich geringeren Umsatzprognose die Beiträge auf den Mindestbeitragssatz herabzusetzen. Künstler:innen, die in der Künstlersozialkasse (KSK) versichert sind, können eine Änderungsmitteilung darüber machen, dass sich ihr Arbeitseinkommen ändert.

Das Beziehen von Grundsicherung oder die Aufnahme einer nicht-künstlerischen oder publizistischen Tätigkeit führt nicht automatisch zur Beendigung der Mitgliedschaft in der KSK. Bis zum 31. Dezember 2022 gilt zudem eine erhöhte Zuverdienstgrenze für KSK-Versicherte. Durch diese Regelung wird ein Zuverdienst von bis zu 1.300 EUR im Monat aus einer selbstständigen nicht künstlerischen Tätigkeit ermöglicht, ohne dass der Versicherungsschutz in der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung nach dem Künstlersozialversicherungsgesetz entfällt. Weitere Infos hier.

Deutsche Künstler:innenhilfe für in Not geratene ältere Künstler:innen

  • Ein:e in Not geratene ältere:r Künstler:in kann sich selbst an die zuständige Behörde (siehe unten) wenden und Leistungen der Deutschen Künstlerhilfe gewissermaßen beantragen bzw. sich für sie bewerben.
  • Vorschlag durch fachkundige Dritte
  • Alternativ kann auch eine Künstlerorganisation, die Interessenvertretung oder ein Landesverband eine/n KünstlerIn oder mehrere KünstlerInnen bei der zuständigen Behörde des Landes für die deutsche Künstlerhilfe vorschlagen.
  • Die Hilfe richtet sich an professionelle Kunstschaffende, mit einer künstlerischen Tätigkeit als Haupterwerbsquelle.
  • Grundsätzlich unterstützt die Deutsche Künstlerhilfe KünstlerInnen und SchriftstellerInnen, die mit ihrem Werk eine kulturelle Leistung für die Bundesrepublik Deutschland erbracht haben und durch Krankheit, Alter oder widrige Umstände in finanzielle Bedrängnis geraten sind.

Voraussetzungen?

  • Lebensalter: Nach Angaben des Bundespräsidialamtes gibt es keine fest definierte Altersgrenze. Aber das Programm richtet sich eindeutig an lebensältere KünstlerInnen und Schriftsteller*innen, die auf ein jahrzehntelanges künstlerisches Schaffen zurückblicken. Erfahrungsgemäß dürfte es Personen unter einem Lebensalter von etwa Mitte 50 Jahren schwerfallen, dieses Kriterium zu erfüllen.
  • Künstlerische Leistungen: KünstlerInnen sollten sich von der Formulierung »Beitrag zum kulturellen Ansehen der Bundesrepublik Deutschland« nicht abschrecken lassen. Eine belegbare jahrzehntelange professionelle künstlerische Tätigkeit im Haupterwerb bietet viele Ansatzpunkte für einen Beitrag zum Ansehen der Bundesrepublik Deutschland. Preise, Ehrungen, Würdigungen, eine besondere internationale Zusammenarbeit, ein besonderes Medienecho, die Bezugnahme anderer Künstler*innen auf das Werk etc. – all diese beispielhaft angeführten Punkte, können eine besondere künstlerischen Leistungen zusätzlich belegen.
  • Notlage: Gemeint ist eine besondere finanzielle Notlage – die durch verschiedenste Lebensumstände, Schicksalsschläge, Katastrophen oder z. B. durch eine schwere physische und psychische Krankheit bedingt sein kann. Eine Einschränkung der künstlerischen Arbeit durch die COVID-19-Pandemie kann grundsätzlich auch als Ursache für eine finanzielle Notlage angeführt werden. Aber es gilt: Alle drei der oben genannten Kriterien sollen erfüllt sein.

Wie wird gefördert?

  • Die KünstlerInnen können eine solche Hilfe bei ihrer Landeskulturverwaltung (z. B. beim Kulturministerium oder bei der Senatsverwaltung des jeweiligen Landes) »beantragen«. Die KünstlerInnen können gleichsam auch von ihren Interessenverbänden oder KünstlerInnen-Organisationen vorgeschlagen werden.
  • Die Förderung erfolgt entweder in Form regelmäßiger Zahlungen – hauptsächlich für lebensältere oder schwer erkrankte KünstlerInnen – oder als einmalige Zuwendung in akuten Notlagen. Bei einer auf Dauer angelegten Unterstützung beträgt die Zuwendungssumme jährlich 7.500 Euro, die in drei Teilbeträgen ausgezahlt wird. Die Einmalzahlungen belaufen sich derzeit auf einen Betrag von 2.300 Euro pro Kalenderjahr

Infos & Anträge: Bundesverband freie Darstellende Künste

Was können selbständige Künstlerinnen und Künstler jetzt tun?

  • Dokumentieren Sie alle Ihre Einnahmeausfälle.
  • In der KSK versicherte Künstlerinnen und Künstler sollten jetzt, wenn sie absehen können, dass sie das im Voraus gemeldete Einkommen nicht erreichen, direkt eine neue Einkommensschätzung an die Künstlersozialkasse senden. Die Künstlersozialkasse hält hierfür eine Reihe an Formularen für Sie bereit.
  • Sollten Sie sich in einer akuten Notlage befinden, ist das örtliche Sozialamt bzw. die örtliche Stelle der Bundesagentur für Arbeit für Sie der richtige Ansprechpartner. Um aktuell den laufenden Lebensunterhalt bestreiten zu können, wurde eine vorübergehende Neuausrichtung des ALG II auf den Weg gebracht (Sozialschutzpaket). Demnach können Sie die Grundsicherung beantragen, ohne dass Vermögen und Wohnungsgröße geprüft werden. Ausgaben für Miete und Heizung werden in den ersten sechs Monaten in tatsächlicher Höhe anerkannt. Für Selbständige gibt es außerdem eine neue Sonder-Hotline: 0800 – 4 5555 23. Alternativ können auch Anträge auf Kindergeldzuschlag oder Wohngeld gestellt werden. Die Arbeitsagentur bietet gebündelte Informationen rund um die Themen: Kurzarbeitergeld, Arbeitslosengeld II für Selbständige/Freiberufler Arbeitslosengeld I für gekündigte Arbeitnehmer hier.
  • Im Quarantänefall gibt es Entschädigungszahlungen für Verdienstausfälle, bei Angestellten zahlt der Arbeitgeber das Arbeitsentgelt weiter und kann sich Geld im Nachhinein auf Antrag erstatten lassen. Selbstständige/Freiberufler beantragen eine Entschädigung direkt, zuständig ist die Landesdirektion Sachsen, Anträge sind bis spätestens 3 Monate nach Verdienstausfall mit diesen Antragsformularen zu stellen.  Weitere Informationen dazu, wie Selbständige bei Quarantäne entschädigt werden, finden Sie hier.
  • Auf Antrag können laufende Steuervorauszahlungen herabgesetzt oder ausgesetzt werden. Wenden Sie sich dafür direkt telefonisch oder mit einem formlosen Schreiben unter Angabe der Steuernummer an das zuständige Finanzamt.

Was können geförderte Vereine oder Projekte jetzt tun?

Sprechen Sie mit Ihrem Zuwendungsgeber, wenn sich derzeit Projekte nicht realisieren lassen. Schildern Sie die Situation und versuchen Sie gemeinsam Lösungen zu finden, in dem Fördermittel übertragen werden, Projekte verändert werden und weiteres mehr.

Notwendige Sorgfaltspflicht beim Empfang von Corona-Hilfen

Bei den momentan gewährten Soforthilfen auf Bundes- und Länderebene werden die Angaben in den Anträgen oft nicht vertieft geprüft, es reichen eidesstattliche Versicherungen oder eigene Erklärungen für den Erhalt der Mittel aus. Trotzdem gilt es, bei der Prüfung und Dokumentation der Sachverhalte mit der gebotenen Sorgfalt vorzugehen. Wie der Landesverband der Freien Berufe Sachsen mitteilte, werden die Anträge erfahrungsgemäß mittelfristig geprüft (dies war etwa auch der Fall bei den letzten beiden Hochwasserkatastrophen in Sachsen). Falsche Angaben können strafbar sein und bis zu fünf Jahren strafrechtlich verfolgt werden.

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