Nothilfen auf Landesebene

30 Millionen Euro für freie Träger in Sachsen

Der Freistaat Sachsen stellt zusätzlich 67,8 Millionen Euro bereit, um den besonders von der Corona-Pandemie betroffenen Einrichtungen und Akteuren in Kultur und Tourismus zu unterstützen. Den größten Baustein in diesem Rettungsschirm bildet ein umfassendes Paket für freie Kultureinrichtungen, die bislang zu wenig oder gar nicht auf Hilfsprogramme zugreifen konnten. Allein 30 Millionen Euro sind unter anderem für freie Theater, Festivals und kulturelle Vereine vorgesehen. Der Zuschuss beträgt bis 10.000 Euro, in begründeten Einzelfällen können bis zu 50.000 Euro ausgereicht werden. Weitere Informationen finden Sie hier. Anträge für diese Förderung können ab dem 29. Juni 2020 bei der Sächsischen Aufbaubank (SAB) gestellt werden. Informationen dazu gibt es unter www.sab.sachsen.de

Kulturstiftung des Landes Sachsen

Die Kulturstiftung des Landes Sachsen gibt an, im Einzelfall angemessene Lösungen für Projektträger zu finden und hält Hinweise an Zuwendungsempfänger bereit, die von Absagen/Ausfällen aufgrund der Corona-Pandemie betroffen sind, bereit.

Stipendienprogramm Denkzeit

Unter dem Titel „Denkzeit“ fördert die Kulturstiftung des Freistaates Sachsen sächsische Künstlerinnen und Künstler mit Stipendien in Höhe von je 2.000 Euro. Die ersten hier ausgereichten 2 Mio. Euro waren bereits in kürzester Zeit aufgebraucht, das Programm wird jetzt aber mit weiteren 5 Millionen aufgestockt, so dass weitere, bereits eingereichte Bewerbungen für die Förderung berücksichtigt werden können. Ab Mitte Juli wird das Antragsverfahren zudem für neue Bewerbungen geöffnet. 

Das Programm soll die Akteure und Akteurinnen darin ermutigen, in Zeiten von Ausgangsbeschränkungen und Veranstaltungsverboten an ihrer künstlerischen Arbeit festzuhalten und individuelle Handlungsansätze für den Umgang mit der Corona-Krise zu entwickeln.

Wer kann eine Förderung beantragen?
Stipendien können freiberuflich tätige Künstlerinnen und Künstler erhalten, die ihren Hauptwohnsitz im Freistaat Sachsen haben und weder an einer Hochschule immatrikuliert sind, noch sich in einem Ausbildungsverhältnis befinden. Die freiberuflichen Künstlerinnen und Künstler sollen in einem der Bereiche Bildende Kunst, Darstellende Kunst und Musik, Film, Literatur oder einer vergleichbaren Sparte tätig sein. Die künstlerische Tätigkeit muss haupterwerbsmäßig und nicht nur vorübergehend ausgeübt werden.

Was wird gefördert?
Das Stipendium ist offen für unterschiedliche Ansätze und Formate. So können beispielsweise Recherche- und Konzeptarbeiten oder Ideen der künstlerischen Reflexion der Krise ebenso Gegenstand des Stipendiums sein wie das Ausloten digitaler Interaktionstechniken, die Erprobung von Veranstaltungsformaten im virtuellen Raum oder die Restrukturierung von Arbeitsprozessen.

weitere Infos

Zuwendungsbestimmungen „Denkzeit“

Sächsisches Wirtschaftsministerium

Das Soforthilfe-Programm »Sachsen hilft sofort« des sächsischen Wirtschaftsministeriums dient zur Unterstützung von Unternehmern, Solo-Selbstständigen und Freiberuflern in ganz Sachsen, die aufgrund der Auswirkungen des Corona-Virus mit unverschuldeten Umsatzrückgängen konfrontiert sind. Mit dem Programm stellt der Freistaat Sachsen innerhalb von 48 Stunden eine finanzielle Soforthilfe von bis zu 50.000 Euro, in begründeten Ausnahmefällen bis zu 100.000 Euro zur Verfügung. Sie wird zinslos und auf drei Jahre tilgungsfrei gewährt. Bei Unternehmen und Selbstständigen, welche die jetzt entgangenen Gewinne nicht nachholen können, wird nach frühestens 36 Monaten geprüft, ob eine Stundung möglich ist oder die Voraussetzungen vorliegen, auf eine Rückzahlung zu verzichten.

Kultur- und Kreativschaffende können das Soforthilfe-Darlehen des Freistaates in Anspruch nehmen, selbst wenn sie keine Betriebsmittel, Mieten oder Ähnliches angeben können und somit ihr ausgebliebenes Unternehmergehalt (maximal 6.500,00 EUR für 4 Monate, aus dem Unternehmerlohn sind die Beiträge für Künstlersozialkasse und Riesterrente zu bestreiten) finanzieren.

Die Sächsische Aufbaubank informiert in den FAQs, dass das Darlehen und der Zuschuss der Bundessoforthilfe parallel in Anspruch genommen werden können, wenn die Förderung insgesamt den tatsächlichen Liquiditätsbedarf nicht übersteigt. Das Darlehen kann mit dem Bundeszuschuss zurückgeführt werden. Das Darlehen deckt den nicht aus Einnahmen gedeckten Liquiditätsbedarf einschließlich der Personalkosten für vier Monate, der Bundeszuschuss den Sach- und Finanzaufwand ohne Personalkosten für drei Monate.

Allgemeine Informationen des Landes Sachsen zum Thema Corona finden Sie hier.

Sächsische Ministerium für Wissenschaft, Kultur und Tourismus

Das Sächsische Ministerium für Wissenschaft, Kultur und Tourismus hat Anwendungshinweise zum Umgang mit Fördergeldern u.a. für die Kulturräume zusammengestellt. Demnach ist es möglich, Projekte auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben. Ist dies nicht möglich, können Förderzwecke umgewidmet werden. Müssen Projekte ganz abgesagt werden, können entstandene Ausgaben für Vorbereitungen im Einzelfall weiter gefördert werden und müssen nicht zurückgezahlt werden. Entscheidungen darüber treffen die Kulturräume eigenständig, die über ihr Vorgehen auf ihrer jeweiligen Internetseite informieren. Näheres finden Sie hier.

Kampagne „So geht sächsisch“

Das Land Sachsen bietet Künstler*innen über die Kampagne „So geht sächsisch“ eine Plattform, um kulturelle Vielfalt im Internet zu ermöglichen. Bei Beiträgen sollen neben Künstlerhonoraren auch Ausgaben für Technik unterstützt werden. Bei Interesse fragen Sie bitte mit dem Kontaktformular auf der Seite „So geht sächsisch“ nach oder wenden Sie sich ggf. auch an uns.

Honorarkräfte im Bereich kulturelle Bildung

Durch die Bemühungen des LBK Sachsen beim Sächsischen Staatsministerium für Kultus wurden zum unverschuldeten Verdienstausfall der externen Honorarkräfte im Bereich kulturelle Bildung folgende Regelungen für die Zeit der Schulschließung getroffen:

1. Externe Honorarkräfte (finanzierte Dritte) haben die durch die Schul- und Kitaschließungen frei gewordenen Zeitanteile grundsätzlich für mit der Tätigkeit im Zusammenhang stehende Ersatzmaßnahmen zu nutzen (Berichte, Dokumentation, Vor- und Nachbereitung, etc.). Als Ersatzmaßnahme gilt ausdrücklich auch die Fort- und Weiterbildung zu mit der Tätigkeit relevanten Themen (Selbststudium mit Literatur oder online).
2. Im Übrigen haben Vertragspartner des Freistaates und Zuweisungs- und Zuwendungsempfänger die Pflicht, ihre Aufwendungen für geplante, aber nun nicht durchführbare Maßnahmen, zu minimieren (Schadensminderungspflicht).
3. Zahlungen für Personalaufwand aufgrund von bestehenden Verträgen, Zuweisungen und Zuwendungen werden unter Beachtung von Ziffer 1 und 2 für den Zeitraum der aktuell verfügten Kita- und Schulschließung grundsätzlich unverändert fortgesetzt.
Außerdem wurde dieses FAQ zum Personaleinsatz erstellt.