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Kritisch: Brunnenwettbewerb in Pirna

In einem Schreiben an den Oberbürgermeister der Stadt Pirna, Klaus-Peter Hanke, kritisiert die Geschäftsführerin des Landesverbandes Bildende Kunst Sachsen e.V. (LBKS), Lydia Hempel, die Vorgehensweise bei der Ausschreibung eines Wettbewerbes für eine Skulptur für den Marktbrunnen.

Hempel: „Ihr Aufruf zur vollständig unvergüteten Erarbeitung eines Wettbewerbsentwurfs mit noch zusätzlich erwarteter Herstellung eines Modells erscheint uns sehr unangemessen. Hier wird nicht nur die zu erbringende Entwurfsleistung des Künstlers zur spezifischen örtlichen und historischen Situation abgewertet sondern diese auch gar nicht ermöglicht, da die Konditionen keinen Anreiz für eine genaue und spezifische Recherche und Erarbeitung bieten.“
Weiter kritisieren Hempel und die Arbeitsgruppe Kunst im öffentlichen Raum des LBK Sachsen, dass keine wirkliche „Zweistufigkeit des Wettbewerbsverfahrens“ gegeben sei, da die Einreichung des Vorschlags bereits mit der ersten Stufe erfolgt und es keine weitere Stufe zur Konkretisierung gebe. Auf ihren Brief, der u.a. mehrere Verbesserungsvorschläge für die Wettbewerbsausschreibung enthält, die nicht nur einen faireren sondern voraussichtlich auch einen Wettbewerb ermöglichten, der qualitativ hochwertigere Ergebnisse erwarten lässt, reagierte der Bürgermeister über den Geschäftsführer der Stadtentwicklungsgesellschaft Pirna mbH, Christian Flörke, der das Wettbewerbsverfahren betreut.
Darin rechtfertigt dieser die Vorgehensweise u.a. mit „sehr knappen öffentlichen Mitteln“, trotz derer „die Mehrheit des Stadtrates davon überzeugt werden, auf dem Marktplatz einen weiteren kulturellen Anziehungspunkt zu schaffen“ und schreibt: „Allen Beteiligten ist klar, dass wir den Künstlern viel abverlangen, insbesondere mit der Erarbeitung eines Modells. Dieses Vorgehen haben wir aus der Erfahrung von anderen Verfahren im Bereich der Architektur und der Kunst bewusst gewählt (…). Die Anforderung eines maßstäblichen Modells bereits in der ersten Wettbewerbsphase dient somit der Erleichterung und Qualifizierung der Beurteilung der vorgelegten Entwürfe“.
Eine Änderung der bereits laufenden Ausschreibung lehnt Flörke ab, versichert aber „dass alle am Verfahren Beteiligten größten Respekt vor der künstlerischen Entwurfsarbeit der Teilnehmer haben“.
AF