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Ausschreibung Projektresidenz: „Utopische Zwischenräume“ in Chemnitz

Gestalte utopische Zwischenräume in Chemnitz hinter dem Karl-Marx-Monument!

Im Rahmen des Modellprojekts neue unentd_ckte narrative schreiben wir eine zweimonatige Projektresidenz für eine Person/ein Tandem aus, der/die den zentralen Ort des Festivals „Aufstand der Utopien“ gestaltet.

Der Ort befindet sich hinter dem Karl-Marx-Kopf und besteht aus zwei Räumen. Während des Festivals dient er vom 6.-10. November 2019 als temporäre Insel utopischen Denkens. In seiner Öffnungszeit jährt sich der Mauerfall zum 30. Mal.

Mehr zur Ausschreibung finden Sie hier. Bewerbungsschluß ist der 30. Juni 2019

Ziel des Festivals ist das Sichtbarmachen von Utopien, das Vermessen utopischer Zwischenräume und das Fördern utopischen Denkens in der Stadt. Leitfrage des Festivals ist: Welche Erzählungen prägen unsere Vorstellungen über die Zukunft? Wie prägen diese unsere Sicht auf die heutigen drängenden Fragen? Welche Erzählungen stiften Sinn und geben Orientierung für plurale, friedliche Gesellschaften? Das Festival umfasst verschiedene Erzähl- und Erfahrungsräume. Mehrere partizipative Formate sollen in dem Ort Platz finden, darunter beispielsweise ein Zukunftslabor und zwei Ausstellungen.

Der Ort steht über Chemnitz hinaus für alte Sinnzusammenhänge und Utopien, zugleich aber auch für aktuelle Konflikte, den Kampf um Deutungshoheit unterschiedlicher Sinnsysteme. Teil des Karl-Marx-Monuments ist der Schriftzug „Proletarier aller Länder vereinigt euch“ in verschiedenen Sprachen. In der Vergangenheit war der zu bespielende Ort Teil eines marxistisch-lenistischen Bildungszentrums, später ein Souvenirladen. Das Gebäude im Hintergrund ist Sitz des Sächsischen Landesamts für Steuern und Finanzen. Lange Zeit stand der Ort leer. Letztes Jahr im Herbst wurde er zum Schauplatz rassistischer Mobilisierungen und ging damit durch internationale Medien. Gerade wird er von den Kunstsammlungen und anderen Akteurinnen in der Stadt als Ort der Begegnung genutzt.


Die Projektresidenz orientiert sich beispielsweise an den folgenden Fragen:

Wie lässt sich die Leere des Ortes mit der Bedeutungsschwere zusammenbringen und spielerisch auflösen?
Wie kann Platz für Neues entstehen?
Wie können unterschiedliche Zuhör-, Dialog- und Beteiligungsräume entstehen?
Wie schafft es der Ort, dass Menschen ihn aufsuchen, sich darin wohlfühlen, verweilen?
Wir wünschen uns eine Person/ein Tandem, welche die Fragestellungen mit kreativen Ideen bearbeitet. Die Konzeptideen müssen sich nicht allein auf den Raum begrenzen, auch performative Elemente oder die Einbindung des öffentlichen Raums davor sind erwünscht. Eingeladen sind Personen aller möglichen Sparten, von der Bühnenbildnerin und Raumkünstlerin über Architektin hin zur Dekorateurin. Die Person ist frei in der Wahl der Mittel und der Form.

Rahmenbedingungen:

  • Der Projektzeitraum ist September-Oktober 2019. Die Umbauarbeiten finden von 28.10-5.11.2019 statt. Der Ort ist davor belegt, aber begehbar.
  • Der Ort wird am 6.11.2019 mit der Festivaleröffnung als utopischer Zwischenraum initiiert.
  • Der/ die Consultant/s erhalten ein/e Aufwandsentschädigung in Höhe von 3.500 € (Brutto), eine Unterkunft und Fahrtkosten (nach Absprache). Das Ausstattungsbudget beträgt max. 3.000 €.
  • Der ASA-FF e.V. begleitet die Consultants und vernetzt sie in die Stadtgesellschaft (Kultur,Zivilgesellschaft, Wissenschaft, Verwaltung).

Die Deadline für Bewerbungen ist der 30.06.2019. Wir freuen uns vor allem auf Bewerbungen von Menschen, die nicht nur in Deutschland verortet sind, die Raumkonzepte und die Idee utopischer Zwischenräume auch im transnationalen Vergleich denken. Die Auswahl aus allen Bewerbungen trifft eine Jury bestehend aus Chemnitzer Akteurinnen aus Kultur, Zivilgesellschaft und Wissenschaft.
Bitte sendet ein kurzes Motivationsschreiben, Projektskizze, Portfolio und Lebenslauf an:


Franz KnoppeFranz.Knoppe@asa-ff.de (auch Ansprechpartner bei Rückfragen)
Das »Aufstand der Utopien« Festival ist nach dem »Unentdeckte Nachbarn« Theatertreffen (NSU Aufarbeitung, 2016) und »Aufstand der Geschichten« Festival (vergangene Umbruchsgeschichten, 2018) das dritte Festival des ASA-FF e.V. in Chemnitz und Umgebung.