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Die globalen Krisen und die Kunst der Gegenwart

Podiumsdiskussion am Donnerstag, 10. Januar 2019, 18.30 Uhr im Lindenau-Museum Altenburg

mit Prof. Dr. Benjamin-Immanuel Hoff (Chef der Thüringer Staatskanzlei und Minister für Kultur, Bundes- und Europaangelegenheiten), Margret Hoppe (Künstlerin, Leipzig), Prof. Dr. Verena Krieger (Kunsthistorikerin, Friedrich-Schiller-Universität Jena), Prof. Dr. Stephan Lessenich (Soziologe, Ludwig-Maximilians-Universität München), Ingo Schulze (Schriftsteller, Berlin)

Moderation Dr. Arnold Bartetzky (Kunsthistoriker, Leibniz-Institut für Geschichte und Kultur des östlichen Europa und freier Journalist, Leipzig)

Das Erstarken der Autokraten, die Furcht vor dem Fremden, der Klimawandel, ein entfesselter Kapitalismus: Als apokalyptische Reiter stürmen die globalen Krisen nach dem „Ende der Geschichte“ das 21. Jahrhundert. Welche Kraft hat die Kunst, Visionen für eine bessere Zukunft zu entwerfen?

Mit der Podiumsdiskussion am Lindenau- Museum Altenburg anlässlich der Ausstellung Die einzig revolutionäre Kraft. Kunst und Revolution 1918/1968 soll grundsätzlich über das Verhältnis von Kunst und Gesellschaft nachgedacht werden: Steht die Kunst heute wieder wie vor der Französischen Revolution vor allem für Repräsentation und Unterhaltung? Ist die Kunst nur Sache der Gutsituierten und der Bildungsbürger? Ist Kunst nur noch eine sichere Kapitalanlage?

Nach Ansicht der Ausstellungskuratoren kann sie wesentlich mehr. Sie öffnet neue Perspektiven, stellt Gewissheiten infrage und entwickelt Visionen in einer immer unübersichtlicher werdenden Welt. Ausgehend von künstlerischen Positionen, die sich mit der Flüchtlingskrise befassen (Christoph Schlingensief, Julian Röder, Zentrum für Politische Schönheit, Margret Hoppe), führen wir anhand von Bildmaterial in die aktuelle Debatte ein. Die Künstlerin Margret Hoppe ist anwesend und eröffnet das Gespräch über zeitgenössische Kunst und den Umgang mit drängenden politischen Themen.

Es ergeben sich Fragen: Gibt es so etwas wie ein utopisches oder visionäres Potenzial von Kunst, eine „Ästhetik des Widerstandes“, von der Peter Weiss sprach? Und welche Anregungen können junge Künstler heute von den revolutionären Künstlern der Zeit um 1918 und 1968 erhalten, von Bauhaus und DADA, von Beuys und A. R. Penck? Welche Bedeutung haben diese Künstler und Kunstrichtungen überhaupt noch für uns abseits eines rein kunsthistorischen Interesses? Nicht zuletzt sollte die Frage erörtert werden, welche Möglichkeiten das Lindenau- Museum als Ort des künstlerischen Diskurses hat. Hat ein Kunstmuseum am Rande Thüringens andere Aufgaben als ein Kunstmuseum in Berlin? Wer ist das Zielpublikum und darf die Antwort auf diese Frage die Ausstellungspolitik beeinflussen? Kann und soll ein Kunstmuseum beispielsweise auf Rechtspopulismus oder Fremdenfeindlichkeit reagieren? Wie politisch darf und soll ein Museum sein, ohne seine Glaubwürdigkeit als Bildungsort für alle zu verlieren?

LINDENAU-MUSEUM ALTENBURG Gabelentzstraße 5 | 04600 Altenburg/Thür. Tel.: 03447-89553 | info@lindenau-museum.de www.lindenau-museum.de