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Künstlersozialkasse und Hinzuverdienst- sowie Corona-Regelungen

Zunehmend steht in der Kritik, dass über die Künstlersozialkasse (KSK) versicherte Personen bei Überschreitung eines jährlichen Gewinns von 5.400 Euro aus einer zweiten selbständigen, nichtkünstlerischen Tätigkeit selbst eine Kranken- und Pflegeversicherung abschließen müssen, deren Mindestbeitrag zumeist höher liegt als anteilige Zahlungen über die KSK.

Die Allianz der Freien Künste, dem auch der Bundesverband Bildender Künstlerinnen und Künstler angehört, fordert pandemiebedingt zumindest für eine Übergangsphase bis Ende 2022 die Zuverdienstgrenzen für nichtkünstlerische selbstständige Nebenverdienste auszusetzen oder deutlich anzuheben. (https://allianz-der-freien-kuenste.de/). Auch andere Verbände wie der Deutsche Kulturrat üben Kritik an der sehr niedrigen Zuverdienstgrenze bei selbständiger nichtkünstlerischer Tätigkeit. https://www.kulturrat.de/corona-pandemie/lageeinschaetzungen-kulturbereiche/corona-und-kein-ende/. Diese legt nicht die KSK selbst fest, sondern der Gesetzgeber.

Entgegenkommen gibt es an anderer Stelle: Generell gilt, dass ein Mindesteinkommen aus selbständiger künstlerischer Tätigkeit in Höhe von 3.900 € nicht mehr als zweimal in einem Zeitraum von sechs Kalenderjahren unterschritten werden darf. Ein Unterschreiten der Grenze im Jahr 2020 bleibt dabei unberücksichtigt (§3 (3) im Künstlersozialversicherungsgesetz -KSVG (https://www.kuenstlersozialkasse.de/fileadmin/Dokumente/Gesetze/KSVG.pdf), und auch 2021 hat man in dem Fall laut KSK grundsätzlich keine Auswirkungen auf den Fortbestand der Versicherungspflicht zu befürchten.

In den letzten Wochen kursierten viele Nachrichten über Ausschlüsse aus der Künstlersozialkasse (KSK) aufgrund nichtkünstlerischer Hinzuverdienste, mit denen Künstler:innen – verstärkt noch durch die Corona-Pandemie – ihr Einkommen aufstocken. Da viele unrichtige Angaben im Umlauf sind, möchten wir hier gerne noch einmal über die Regelungen informieren.

Bei der Aufnahme einer hauptberuflich ausgeführten, abhängigen sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung werden die Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung von dem/der Arbeitergeber:in übernommen; Rentenversicherungsbeiträge für die selbständige künstlerische Tätigkeit werden weiterhin an die KSK gezahlt (welche Erwerbsquelle die hauptberufliche ist, wird anhand einer Gegenüberstellung der wirtschaftlichen Bedeutung (Arbeitszeit und Vergütung) bestimmt). Endet die hauptberufliche abhängige Beschäftigung, tritt die Kranken- und Pflegeversicherung über die KSK wieder ein.

Bei der Aufnahme einer geringfügigen Beschäftigung – sogenannter 450 Euro Job oder Mini-Jobs – oder einer zweiten selbständigen nichtkünstlerischen Tätigkeit mit einem Gewinn von bis zu 5.400 Euro werden sämtliche Versicherungsbeiträge weiterhin über die KSK gezahlt. Bei nicht ganzjähriger Ausübung dieser Tätigkeit ist die Grenze anteilig zu berücksichtigen, d.h. wenn die selbständige nichtkünstlerische Tätigkeit nur einen Monat ausübt wird, darf der Gewinn nicht höher sein als 450 Euro (5400 Euro : 12 Monate), bei zwei Monaten insgesamt nicht höher als 900 Euro usw. Ist der Gewinn höher, muss die Kranken- und Pflegeversicherung selbst getragen werden, die Rentenversicherungspflicht über die KSK für die künstlerische Tätigkeit bleibt jedoch weiterhin bestehen.

Erst wenn das hauptberufliche Bruttoeinkommen als Arbeitnehmer*in oder der Gewinn aus einer anderen selbständigen nicht künstlerischen Nebentätigkeit eine bestimmte Einkommensgrenze erreicht (3.350 € monatlich / 40.200 € jährlich neue Bundesländer), endet auch die Rentenversicherungspflicht nach dem Künstlersozialversicherungsgesetz (KSVG).

Weitere Infos zum Thema KSK und (Neben-) Job finden sich in der entsprechenden Informationsschrift und unter https://www.kuenstlersozialkasse.de/die-ksk/meldungen.html, hier die Meldungen zum Hinzuverdienst und zu einzelnen Corona-Regelungen. Sie können sich dazu auch von der KSK beraten lassen unter der Servicenummer 04421 9734051500 bzw. unter auskunft@kuenstlersozialkasse.de.