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MEHR MÜTTER FÜR DIE KUNST

eine Hamburger Initiative veröffentlicht ein Manifest

Die Initiative Mehr Mütter für die Kunst, gegründet von der in Hamburg lebenden Künsterin Marcia Breuer, macht auf einen bekannten und prekären Sachverhalt in unserer Gesellschaft aufmerksam, den wir uns immer wieder vor Augen führen sollten - ein Dilemma, das in der Realität leider (immer noch!) öfter Künstlerinnen betrifft - Kunst mit Familiengründung zu verbinden. Wir unterstützen das und bitten um ihre Unterschrift. Hier ein Auszug aus dem Manifest:

In den letzten Jahren haben viele jüngere Künstlerinnen Kinder bekommen. Für sie kommt die Entscheidung zwischen Kind und Kunst nicht mehr infrage. Sie haben gegenteilig den Wunsch, die Brücke zwischen Mutterschaft und Künstlerinnentum zu schlagen.

Als Replik auf diese Realität stehen für uns zwei Ansätze im Vordergrund:

1. Wir wollen die verstaubte Vorstellung, dass es für Künstlerinnen nicht akzeptabel sei Kinder zu haben, aufbrechen und gänzlich ad acta legen. Wir wollen, dass Künstlerinnen mit Kind als legitime Bereicherung der Kunstwelt betrachtet werden!

2. Wir betrachten es als dringend notwendig, dass die Fördermaßnahmen für Künstlerinnen mit Kind(ern) erweitert werden.

Ein großer Teil der für Künstler*innen bestehenden Fördermöglichkeiten kann von Künstlerinnen mit Kind nicht genutzt werden: die die Mehrzahl aller Stipendien ausmachenden Reise- oder Residenzstipendien kommen für Mütter insbesondere kleinerer Kinder in der Regel nicht in Frage, da sie den Familienzusammenhang für einen längeren Zeitraum nicht ohne weiteres verlassen können oder wollen. Die Mitnahme der Kinder oder der Familie wird hier in den wenigsten Fällen unterstützt und gerne bereits in den Bewerbungsbestimmungen ausgeschlossen.

Als Zeichen der Akzeptanz veränderter gesellschaftlicher Realitäten fordern wir deshalb den Ausbau der Fördermöglichkeiten für Künstlerinnen mit einem oder mehreren Kindern zwischen null und vierzehn Jahren – im Rahmen der Schaffung von explizit für Künstlerinnen mit Kind angelegten Stipendien wie auch in der Anpassung von Residenzbedingungen an familiäre Zusammenhänge.

Das ganze Manifest lesen und unterzeichnen!