Schwerpunkte

Vergütung künstlerischer Leistungen

Der Landesverband Bildende Kunst Sachsen e.V. setzt sich für eine Verbesserung der Einkommenssituation von bildenden Künstler:innen ein. Ihre häufig finanziell prekäre Existenz beruht unter anderem darauf, dass professionelle Leistungen von bildenden Künstler:innen nur selten angemessen oder überhaupt bezahlt werden. Der Landesverband Bildende Kunst Sachsen e.V. möchte daher ein Bewusstsein für eine faire Vergütung künstlerischer Praxis schaffen, und dies nicht nur bei den Künstler:innen selbst, sondern auch in der Öffentlichkeit, bei Auftraggeber:innen und der Verwaltung. Angemessene Bezahlung meint nicht nur die Vergütung von Leistungen im Rahmen von Ausstellungen, sondern auch die Beachtung von Honoraruntergrenzen bei der Entlohnung unterschiedlichster Tätigkeiten innerhalb bildkünstlerischen Arbeitens.

 

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Besucherin Museum Ausstellung

Ausstellungsvergütung

2012 gab der Landesverband Bildende Kunst Sachsen e.V. erstmals eine „Richtlinie zur Ausstellungsvergütung für bildende Künstler in Sachsen“ heraus und nahm damit bundesweit eine Vorreiterrolle ein. 2014 übernahm der Bundesverband Bildender Künstlerinnen und Künstler diesen Ansatz in seiner "Leitlinie zur Vergütung von Leistungen im Rahmen von Ausstellungen". Diese Leitlinie erschien 2021 in einer aktualisierten Auflage. Im Sinne einer Gebührenordnung gibt sie Veranstalter:innen und Institutionen professionelle Orientierungswerte für eine angemessenen Vergütung von Leistungen im Zusammenhang mit Ausstellungen an die Hand. Zudem bietet sie Künstler:innen eine gestärkte Verhandlungsbasis sowie Musterberechnungen und einen Mustervertrag.

 

Mit der Ausstellungsvergütung soll der Auftritt bildender Künstler:innen – die Ausstellung – so selbstverständlich entlohnt werden wie der Auftritt von Künstler:innen aller anderen Kultursparten. Ausstellungen sind umfängliche Diskurs- und Gestaltungsleistungen für eine interessierte Öffentlichkeit; sie dienen nicht in erster Linie dem Verkauf von Kunstwerken, sondern sind Angebote zur Bildung, zur Bereicherung und zum Genuss des Publikums.

Nicht allen ausstellenden Einrichtungen wird es ohne weiteres möglich sein, eine angemessene Vergütung zu erbringen. Kleinere privat organisierte Kunsträume, regionale Vereine oder kommunale Häuser verfügen über schmale Budgets und geringe Eigenmittelanteilsmöglichkeiten. Sie sollten – etwa über spezielle Ausstellungs-/ Honorarfonds – in die Lage versetzt werden, die notwendigen Mittel aufzubringen. Auf Landesebene gilt es, die Ausstellungsvergütung für öffentlich geförderte Ausstellungen zur Verpflichtung zu machen und dafür entsprechende Fördermittelgelder bereitzustellen.

Der unterschiedlichen Wirtschaftskraft von ausstellenden Einrichtungen wird in der Leitlinie Rechnung getragen. Produzent:innengalerien und Off-Spaces, die ehrenamtlich betrieben werden, sind z.T. von der Vergütungsverpflichtung ausgenommen, sofern sie keine Fördermittel dafür erhalten. Auch kommerzielle Galerien sind von einer Zahlung befreit, da sie einen Verkauf der Werke im Interesse der Künstler*innen anstreben.

Urheberrecht

In § 11 Urheberrechtsgesetz heißt es:

„Das Urheberrecht schützt den Urheber in seinen geistigen und persönlichen Beziehungen zum Werk und in der Nutzung des Werkes. Es dient zugleich einer angemessenen Vergütung für die Nutzung des Werkes.“

Zweifellos ist die Ausstellung eine „Nutzung des Werkes“. Daher gilt es, die Ausstellungsvergütung auch im Urheberrecht zu verankern.

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Richtlinie Ausstellungsvergütung des LBK von 2012
LBK JAhresmagazin 2012: Künstlerische LEistungen
BBK Leitlinie Ausstellungsvergütung 2021

Mindesthonorare

Viele Angehörige der Freien Berufe beziehen sich bei der Vergütung ihrer Leistungen selbstverständlich auf Gebührenordnungen, etwa Rechtsanwält:innen und Architekt:innen. Für bildende Künstler:innen existieren solche umfassenden Gebührenordnungen (noch) nicht. Ihre professionellen Leistungen – seien sie konzeptueller, gestalterischer oder organisatorischer Art – sollten jedoch immer angemessen vergütet werden.

Auf sich allein gestellt, kalkulieren viele freiberuflichen Künstler:innen ihren Stundensatz so niedrig, dass sie bei realistischer Betrachtung nicht einmal ihre laufenden Kosten decken können. Der durchschnittliche Stundenlohn einer/s Angestellten kann dabei nicht einfach auf den Stundensatz einer/s Freiberufler:in übertragen werden kann, da hier deutlich höhere finanzielle Belastungen anfallen, etwa die Kosten für die Sozialversicherung oder das eigene Büro bzw. Atelier.

Aktuell erarbeiteten wir in enger Abstimmung mit dem Bundesverband Bildender Künstlerinnen und Künstler „Berechnungsmodelle zur Empfehlung von Honoraruntergrenzen für bildende Künstler:innen“. Sie zeigen realistische Stundensätze auf, mit denen ein/e bildende/r Künstler:in ein angemessenes Einkommen erzielen kann, das die Lebenshaltungskosten deckt und mit dem Krankheit überbrückt, für das Alter vorgesorgt und auch ein Urlaub finanziert werden kann. Die Modelle fließen ein in einen Verhandlungsleitfaden, der – ähnlich wie die Leitlinie Ausstellungsvergütung – Honorarspannen für unterschiedliche künstlerische Tätigkeiten empfiehlt. Die Darstellung soll nicht nur bildenden Künstler:innen bei der Kalkulation von fairen Honoraren behilflich sein, sondern auch als Richtschnur für Entscheidungsträger aus Politik und Verwaltung dienen.

Der Verhandlungsleitfaden und ihm zugrunde liegende Berechnungsmodelle zur Empfehlung von Honoraruntergrenzen werden hier demnächst zum Download zur Verfügung stehen.

Kulturpolitik

Unser politischer Auftrag ist es, für optimale Rahmenbedingungen bzgl. der fachlichen und wirtschaftlichen Existenz im Bereich der bildenden Kunst einzutreten. Wir setzen uns ein für Anwendung und Beauftragung für künstlerische Leistungen und deren angemessene Vergütung sowie für geeignete Kulturförder-, aber auch komplementäre soziale Instrumente, die künstlerische Arbeit möglich machen, absichern und entwickeln. Unsere Aufgabe ist die Argumentation für optimale Bedingungen, die zur Entstehung von künstlerischen Werken, Projekten und Aktivitäten in ihrer qualitativen Ausprägung und wirtschaftlichen Ermöglichung sowie zur Unterhaltung kultureller Basis- und Vermittlungsstrukturen in Sachsen notwendig sind.

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weiße Blätter
Photo by Lukas Blazek on Unsplash
zentriert

Als Landesverband vertreten wir die Interessen der bildenden Kunst und der bildenden Künstler und treten für gute Instrumente und Einrichtungen der Kunstförderung ein. Wir begleiten fachlich sowohl die Förderinstrumente und Verfahren bei der Kulturstiftung als auch in den sächsischen Kulturräumen und bieten Beratung für potenzielle Antragsteller.

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Farben und Pinsel

Wir treten für das 2008 vom Landtag entfristete Kulturraumgesetz und die wichtige kulturelle Arbeit vor Ort in Aufrechterhaltung von Kulturpraxis in Verantwortung der Regionen ein. Hier stehen wir ein für die für künstlerische Initiativen wichtigen Projektförderungen und für Aktivitäten von Ausstellungshäusern und Kunstvereinen sowie Jugendkunstschulen und ähnlichen Einrichtungen der künstlerischen Bildung, die zur Vitalisierung, Identifikation und Perspektive in den Regionen höchst wichtig sind. An Entwürfen zur Förderpraxis und Kulturpolitischen Leitlinien in den einzelnen Kulturräumen beteiligen wir uns.

Initiativen zur Erstellung von kulturpolitischen Leitlinien begrüßen wir sehr, die uns im Sinne der Verantwortung für die Strukturen und einer nachhaltigen und substanziellen Kulturförderung sehr sinnvoll und produktiv für die qualitativen Kulturaufgaben erscheinen. Bzgl. der bildenden Kunst muss klar der Blick darauf gerichtet werden, dass das ein Bereich ist, der ohne Häuser und größere Institutionen mit denkbar wenig Zuwendungen auskommen muss.

Aus dem Blickwinkel qualitativer Bemühungen und Konzentrationen muss uns daran gelegen sein, dass eine längerfristige und nachhaltige und damit profil- und sachbestimmte Programmplanung der kontinuierlich den Bereich aufrecht und lebendig erhaltenden Vereine und Akteure gewährleistet ist. Mit der Stärkung der Strukturen für ihre der Kunstpräsentation und -vermittlung werden die Profile der bildkünstlerischen Arbeit, und damit ihrer gesellschaftlichen Nutzung unterstützt. Die Entwicklung einer kulturellen Basis für die Entstehung und Darstellung von Kunst bedarf der kontinuierlichen Unterstützung solcher „institutionellen Kerne“ zu ihrer Entwicklung und qualitativen Ausprägung im Kulturraum. Auch die Entwicklung innovativer Projekte, temporärer Aktivitäten und Kunst im öffentlichen Raum braucht für ernstzunehmende Profile eine längerfristige Basis und einen Hintergrund, um eine vitale Entwicklung zu ermöglichen und dem Aspekt der Tradition und Heimatpflege einen neuen Akzent hinzuzufügen und junge Kräfte zu aktivieren sowie an die Region zu binden.

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Workshop Karteikarten Edding

Gerade die bildende Kunst braucht eine spartenspezifische Bewertung und Beiräte, die die fachliche Beurteilung übernehmen können, sonst kann sich keine gute und vorausweisende Kunst durchsetzen und entwickeln, in ihrer auch regionalen Spezifik und Bedeutsamkeit. In Bezug auf kulturelle Bildung kommt nicht nur den Kommunen sondern besonders auch dem Kulturraum eine Verpflichtung für den Unterhalt und die Pflege bildkünstlerischer Aktivitäten zu. Besonders der Kulturraum hat die Verantwortung, kulturelle Qualität zu schützen, wo eine spezifische fachliche Vermittlung und prägnante künstlerische Positionen als bildende und identifikatorische Größe wirken.. 

Wir treten ein für den Erhalt und die Stärkung der Künstlersozialversicherung und ebenso für den ermäßigten Mehrwertsteuersatz für Kunstwerke als unerlässliche komplementäre Instrumente der Kulturförderung und Lebens erhaltende Maßnahme für das Kulturschaffen und Kunstleben und damit Tragpfeiler kultureller Arbeit und lebendiger Kunstlandschaft.

Indem schwierige Erwerbs- und Marktchancen ein Strukturmerkmal der Kultur- und Kreativwirtschaft bilden und sich in Sachsen der Kunstmarkt und die Umsatzsituation für Künstler nur bescheiden entwickeln (s. auch sächsischer Kulturwirtschaftsbericht) können Künstler bei begrenzten Kulturförderungsmöglichkeiten und ohne die Gegebenheiten spezifischer Honorarfestlegungen und Unternehmensförderungsmöglichkeiten oft nur mithilfe steuerlicher und sozialer Vergünstigungen existieren und arbeiten. Wir treten gemeinsam mit dem Bundesverband dafür ein, mit den Möglichkeiten der steuerlichen und sozialen Begünstigung Kultur als Standortfaktor zu unterstützen.  

Hilfestellung Argumentation Gewinnerzielungsabsicht Finanzamt
HArtz IV-Problematik

 

Künstlerische Nachlässe

In den letzten Jahren ist das Thema der Künstlernachlässe in der Fachöffentlichkeit mit wachsender Intensität diskutiert worden. Insbesondere die organisierte Künstlerschaft drängt auf stärkere Verantwortung der öffentlichen Hand. Die in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts aktiven Künstler versterben und lassen teils ratlose Erben zurück. Weitere aktive Künstlergenerationen in immer dichter besetzten Jahrgängen sind nachgewachsen und sehen sich allmählich selbst vor der Frage: Wohin mit dem Nachlass?

Museen, Archive oder andere im Prinzip geeignete Einrichtungen sehen sich aufgrund ihrer speziellen Aufgaben und Depotverhältnisse oft überfordert, mehr als nur einzelne, ausgewählte Arbeiten aus angebotenen Nachlässen aufzunehmen. Wo auch die Mechanismen des Kunstmarktes nicht greifen, droht eine Überforderung der Erben, falls solche überhaupt zur Verfügung stehen, und eine Zerstörung des Lebenswerks vieler Kunstschaffender.

Für virtuellen Erhalt und Darstellbarkeit von Lebens-Werkbeständen bildender Künstler:innen steht die Werkdatenbank Bildende Kunst Sachsen zur Verfügung, in fachlicher und inhaltliche Betreuung durch den Landesverband Bildende Kunst Sachsen.

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Bearbeitung Nachlass Hirsch
Bearbeitung des Nachlasses von Klaus Hirsch. Foto: Daniela Schleich.
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Am 12.04.2019 startete die Pilotphase zur Förderung von Künstlernachlässen vom Land Sachsen. Hierfür sind im aktuellen Doppelhaushalt in 2019 57.500 Euro und im Jahr 2020 250.000 Euro eingestellt.

Die dafür eigens eingerichtete Nachlasseinrichtung für Beratung und Förderung ist bei der Sächsischen Landesstelle für Museumswesen beheimatet. In der Pilotphase 2019/20 gibt sie Fördermittel für gemeinnützige nichtstaatliche Museen und museumsnahe Einrichtungen heraus im Rahmen der Förderrichtlinie Kunst und Kultur in der seit 5. April 2019 geltenden überarbeiteten Fassung vom 18. März 2019. Sie sollen den Einrichtungen ermöglichen, Künstlernachlässe durch Experten bearbeiten zu lassen und Kernbestände aus Nachlässen übernehmen zu können. Die Arbeit des Pilotprojektteams für Künstlervor- und -nachlasssicherung wird von einem Fachbeirat unterstützt, den das Sächsische Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst im Sommer 2019 berufen hat.

Die Museen können damit einen Antrag für konkrete Fördermaßnahmen stellen, etwa für die Sichtung des Werkes, die Definition eines repräsentativen Kernkonvoluts sowie die wissenschaftliche Erschließung und Eingabe in die Werkdatenbank. Ggf. werden weitere Maßnahmen gefördert, die der Einrichtung das Aufnehmen der Kunstwerke erleichtern, zum Beispiel die Anschaffung von Mobiliar wie Vitrinen oder Grafikschränken, die Restaurierung einzelner Werke sowie eine Ausstellung. Die aufnehmende Einrichtung muss dabei einen angemessenen Eigenanteil aufbringen .

Förderfähig sind ausschließlich Nachlässe, die durch Kauf oder Schenkung ins Eigentum der Antragssteller übergegangen sind. 

Ab 2020 soll es dann eine eigene Förderrichtlinie für Künstlernachlässe geben, in der der Kreis der Antragsteller über nichtstaatliche Museen hinaus erweitert werden soll.

Darüber hinaus berät das Pilotprojektteams Künstlernachlasssicherung insbesondere ältere, professionell arbeitende bildende Künstler:innen im Freistaat Sachsen, die bereits heute auf ein großes Gesamtwerk zurückblicken zu verschiedensten Themen:

  • kunsthistorische Sichtung und fachliche Begutachtung von künstlerischen Vor- und Nachlässen
  • Vermittlung an Kunst sammelnde Einrichtungen, wie Museen, Sammlungen, Vereine und Stiftungen
  • Koordinierung zwischen Künstler:innen bzw. Nachlasseigentümer:innen und nachlassaufnehmenden Institutionen und Dienstleister:innen
  • Beratung zu Fördermöglichkeiten
  • Mitwirkung an der Entwicklung von Förderkonzepten zur Bewahrung und Sicherung von Künstlervor- und -nachlässen im Freistaat Sachsen
  • Konzeption und Organisation von Veranstaltungen, Fortbildungen und Dialogforen
  • Entwicklung von Publikationen und Handreichungen
  • Begleitung wissenschaftlicher Forschungsarbeit zu aktuellen Themen in Vorlass- und Nachlassfragen

Die Beantragung von Fördermitteln zur Erfassung oder wissenschaftlichen Bearbeitung von Vor- und Nachlässen für das Jahr 2020 war bis 15. Oktober 2019 gemäß der Förderrichtlinie Kunst und Kultur für nichtstaatliche Museen vom 18. März 2019 möglich. Ankaufsvorhaben können ausnahmsweise unabhängig von der Antragsfrist auch im laufenden Jahr beantragt werden. Im Jahr 2020 vergibt die Sächsische Landesstelle für Museumswesen für die Sicherung künstlerischer Vor- und Nachlässe Fördermittel in Höhe von 235.236,30 Euro an gemeinnützige nichtstaatliche Museen im Freistaat Sachsen.

Für das Jahr 2021 ist seitens des Sächsischen Staatsministeriums für Wissenschaft, Kultur und Tourismus die Entwicklung einer neuen Fördermittelrichtlinie vorgesehen.

Antragsformulare sind hier oder über das Büro der Landesstelle für Museumswesen erhältlich.

Bitte setzen Sie sich mit der zuständigen Bearbeiterin der Sächsischen Landesstelle für Museumswesen an den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden Frau Jeanette Brabenetz in Verbindung. Auch für alle Künstler:innen und Erb:innen steht die Stelle als Ansprechpartnerin offen.

Mit unserem Verband leisten wir im Rahmen der Datenbank Hilfe bei der Ordnung von Werkbeständen und nehmen in dringenden Fällen kunstwissenschaftlichen Grundsicherungen vor. Mit der Klassifizierung von Teilwerkbeständen durch unsere Fachexpertise kann eine repräsentative Übersicht über ein Werk hergestellt und zumindest als virtuelle Bestandserhaltung über unsere Datenbank wirksam werden. Bitte wenden Sie sich bei Interesse an uns.

Für alle betreuten und bearbeiteten Werk- und Teilwerkbestände gilt das Anliegen, dass sie in bestehende Sammlungen vermittelt und dort lebendig bleiben sollen.

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Bearbeitung Nachlass Klaus Hirsch Werkaufnahme Kamera
Bearbeitung des Nachlasses von Klaus Hirsch. Foto: Daniela Schleich.
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Antrag zur Förderung von Künstlernachlässen
Konzept des SMWK zum Umgang mit Künstlernachlässen
Förderrichtlinie Kunst und Kultur - FördRL K/K
Künstlerische Bildung

Potenziale im Bereich Kultureller Bildung werden in besonderer Weise mit der bildenden Kunst verbunden, wie die erfolgte Nachfrage bei den Kulturräumen zu diesem Themenbereich belegt (siehe Jahresmagazin 2014). Aber die Quantität der eigentlichen Angebote bleibt auch im Vergleich zu denen der Sparte Musik hinter dieser Wahrnehmung deutlich zurück. Hier gilt es, das gegebene Angebot im bildkünstlerischen Bereich in seinen funktionierenden Strukturen und in seiner Finanzierung zu stärken, und in der Vermittlung von Bildungsträgern und Künstler/inne/n zu unterstützen.

Wir bieten unsere Hilfe ebenso bei der Koordinierung anspruchsvoller künstlerischer Angebote wie bei der Vermittlung von Künstlerinnen und Künstlern für den Bereich der kulturellen Bildung an.

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farbige Hände bildkünstlerische Bildung
Photo by Bernard Hermant on Unsplash.
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Freiberuflich tätige Künstler können in besonderer Weise und Verfeinerung Kunsttechniken vermitteln und genuine Beiträge zum Bildungsangebot leisten. Zwar verfügen bildende Künstler nicht wie Kunstpädagogen über die didaktischen Kenntnisse bei der Vermittlung und haben evtl. auch nicht wie jene den Überblick über die Kunstgeschichte. Demgegenüber können sie jedoch mit ihrer Kompetenz viel in den Kunstunterricht einbringen, indem sie in einem ganz spezifischen Gebiet und in selbstgestellten Aufgaben intensiv mit konkreten bildnerischen Fragen und Techniken beschäftigt sind, die mit einer aktuellen Brisanz im virtuellen Zeitalter einen Raum für aktive Bild-Reflexion und damit Möglichkeiten zur Orientierung/ Positionierung in einer zunehmend von Bildmedien bestimmten Welt anbietet. 

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Landesweites Konzept Kulturelle Kinder- und Jugendbildung für den Freistaat Sachsen
Jahresmagazin 2014 "Künstlerische BIldung"
Kunst im öffentlichen Raum

Der Landesverband Bildende Kunst Sachsen unterstützt die Praxis von Kunst im öffentlichen Raum/ Kunst am Bau in Sachsen. Um sie qualitativ zu stärken und Vorhaben fachlich zu begleiten, bieten wir Beratung und Information zur Vorbereitung und Durchführung von Projekten bzw. Wettbewerben sowie Hilfe bei der Setzung und Formulierung von Ausschreibungen, aber auch für ihre Außendarstellung und für die Dokumentation der Ergebnisse. Die virtuelle Datenbank (www.kunst-sachsen.de) zur Kunst im öffentlichen Raum Sachsen erfasst seit 1991 sukzessive den Bestand von Kunstprojekten im öffentlichen Raum Sachsens.

 

Jahresmagazin 2015 "GEstaltung von Lebensräumen"
Handbuch "Kunst und Bauen"

Eine Übersicht über die seit 2013 von uns begleiteten und umgesetzten Kunst am Bau Vorhaben finden Sie hier.

Die Geschäftsstelle berät bei der Vorbereitung von künstlerischen Projekten im öffentlichen Raum. Sie gibt Empfehlungen und Formulierungshilfen zur Durchführung, zu Wettbewerbsmodellen, zum thematischen und Realisierungskonzept sowie zu Fördermöglichkeiten. Ein publiziertes Handbuch „Kunst und Bauen“ (Download Textformat) zur Realisierung von künstlerischen Projekten im öffentlichen Raum für Künstler, Architekten, Bauherren und Behörden bietet eine theoretische Hilfestellung zu relevanten Förderinstrumenten, zur Vorbereitung künstlerischer Vorhaben, zur Auswahl und Beauftragung von Künstlern, zur Vertragsgestaltung, zu Haftungs- und Genehmigungsfragen, zur konkreten Umsetzung von künstlerischen Projekten im „gebauten“ Raum sowie zur Nutzungsphase nach der Fertigstellung.

Bzgl. der seit 1991 im Freistaat Sachsen angewendeten K7 Richtlinie (RLBau Sachsen) Richtlinien für die Durchführung von Bauaufgaben und Bedarfsdeckungsmaßnahmen des Freistaates Sachsen im Zuständigkeitsbereich der Staatlichen Vermögens- und Hochbauverwaltung Kapitel K7, nach der im Rahmen seiner Baumaßnahmen zeitgenössische bildende Kunst realisiert wird, entsenden wir Preisrichter sowie stellen uns thematisch und kuratorisch beratend zur Verfügung und begleiten und dokumentieren Verfahren und Ergebnisse. Für die Umsetzung ist das Sächsische Immobilien- und Baumanagement (SIB) als verwaltende Behörde verantwortlich.

Basierend auf der Bundesrichtlinie K7 (Kapitel 7 der Richtlinie für die Durchführung von Bauaufgaben des Bundes (RBBau)zur Umsetzung der baukulturellen Aufgabe des Staates, in die der BBK-Bundesverband involviert ist, verfügen die einzelnen Bundesländer z.T. auch Kommunen in ihren jeweiligen Baurichtlinien über modifizierte Formen von K7-Richtlinien. Grundsätzliche Maßgaben formuliert der Leitfaden Kunst am Bau des Bundesministeriums für Verkehr-, Bau- und Stadtentwicklung. Bei Landesbauten, an denen der Bund finanziell beteiligt ist, ist die Regelung doppelt bindend. Die Wettbewerbe laufen nach der aktuell gültigen Wettbewerbsordnung: Richtlinien für Planungswettbewerbe, RPW 2013.

Die Landeshauptstadt Dresden arbeitet im Bereich der kommunalen Förderung seit 1994 mit der Richtlinie der Landeshauptstadt Dresden über Kunst im öffentlichen Raum.

Zusätzlich zu Beratungsleistungen halten wir als Hilfe für die Auswahl vorhaben spezifisch einzuladender Künstler neben unserer online-Datenbank ein Katalog-Archiv von entsprechend arbeitenden Künstlern bereit. In das Katalog-Archiv unserer Geschäftsstelle können alle professionellen Künstler ihre Referenzmaterialien einstellen lassen bzw. in die Datenbank Projekte, die in Sachsen im öffentlichen Raum seit 1991 verwirklicht wurden, eintragen.

 

Richtlinie Kunst im öffentlichen Raum Dresden

 

Leitfaden KUnst am BAu des Bundesministeriums für VErkehrs, Bau und Stadtentwicklung

 

RLBau Sachsen – Ausgabe 2018

 

Durch Wettbewerbe vergrößert sich die Chance auf ein künstlerisches Ergebnis von hoher Qualität, da ein bestimmter oder unbestimmter Teilnehmerkreis die Chance erhält, eine Idee einzureichen. Diese wird von einer unabhängigen Jury bzw. Beirat in zumeist anonym vorgelegter Form bewertet und i.d.R. realisiert. Durch den Vergleich künstlerischer Leistungen kann die beste Lösung für den spezifischen Ort und die spezifische Aufgabe gefunden werden. Wettbewerbe sind fristgebunden und geben somit klare zeitliche Strukturen vor; es gelten gleiche Bedingungen für alle Beteiligten und Ideenleistungen von Künstlern werden in bestimmten Verfahren honoriert.

Bei Wettbewerben auf sächsischer Ebene orientieren sich Auslober, wie etwa der Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement (SIB) am Handbuch für Bildende Künstlerinnen und Künstler – ProKunst5 des Bundesverbandes Bildender Künstler. Darin sind alle Erfordernisse an Wettbewerbsmodalitäten sehr ausführlich dargestellt.

Den Künstlern sollten sechs Wochen oder mehr als eigentliche Bearbeitungszeit für Wettbewerbsentwürfe zur Verfügung stehen.

Wettbewerbskosten

Zum einen ergeben sich bei Wettbewerben Kosten für die freiberuflichen Teilnehmer der Jury und zum anderen Aufwandsentschädigungen für die Entwurfsvorschläge, insbesondere bei Einladungswettbewerben.

Die Vergütung der Ideenleistung für die Wettbewerbsvorschläge sollte keinesfalls unter 1.000 € angesetzt werden, angemessen sind 1.500-2.000 €. Weiterhin ergeben sich u.U. auch Personalkosten für die Wettbewerbsdurchführung beim Bauträger, etwa durch externe Bearbeiter etc.

Nicht zuletzt sollten mögliche Versandkosten und Aufwendungen für Öffentlichkeitsarbeit, wie z.B. Anzeigenkosten für öffentliche Ausschreibungen, eventuelle Versicherungen sowie zusätzliche finanzielle Erfordernisse, wie z.B. eine Raummiete zur Lagerung oder Ausstellung von eingereichten Arbeiten, einkalkuliert werden.

Wettbewerbsarten- und formen – offene und Einladungswettbewerbe

Die am häufigsten angewandte Wettbewerbsform ist der Einladungswettbewerb. Der Vorteil dieses Verfahrens besteht u.a. darin, dass vorab ausgewählte Künstler über einen Erfahrungsschatz bei Prozessen im Bereich Kunst und Bauen verfügen, so dass der Arbeitsprozess und die Realisierung im Sinne der künstlerischen Aufgabe optimal gelöst werden kann und im Sinne der Qualität der Vorschläge eine möglichst intensive Auseinandersetzung mit den räumlichen und inhaltlichen Gegebenheiten gewährleistet ist.

Offener Wettbewerb

Beim offenen Wettbewerb werden die Entwurfsaufgaben öffentlich ausgeschrieben. Jeder Künstler kann sich beteiligen, sofern er die fachlichen und persönlichen Anforderungen erfüllt. Bei offenen Wettbewerben haben Auslober meist eine Vielzahl von Bewerbungen auszuwerten. Manchmal hält dieses Verfahren aber gerade auch durch seine Offenheit und die zu erwartende Vielzahl an Einreichungen Künstler von der Beteiligung ab. Zusätzlich zur offenen Ausschreibung können Künstler auch gezielt eingeladen werden, dies muss aber schon bei Veröffentlichung des Wettbewerbes bekannt gegeben werden. Die Anzahl der eingeladenen Künstler sollte verhältnismäßig geringer sein als die zu erwartenden Bewerbungen aus dem offenen Wettbewerb.

Um eine Offenheit für mögliche interessierte Künstler zu gewährleisten, die Erarbeitung eines spezifischen Ideenvorschlags für den jeweiligen Ort aber nur einer im Zuge des Verfahrens eingeschränkten Anzahl von Teilnehmern aufzugeben, kann das Verfahren eines offenen zwei- bzw. mehrphasigen Wettbewerbes angewandt werden. Bei dieser Verfahrensform unterscheidet man in Ideenwettbewerbe oder Referenzwettbewerbe. Beim Ideenwettbewerb werden in der für jedermann offenen ersten Phase nur grundsätzliche Lösungsansätze - Ideenskizzen – abverlangt. Besteht im Vorfeld eine Realisierungsabsicht, können die durch die vom Preisgericht bzw. der Wettbewerbsjury ausgewählten oder ausgelosten Teilnehmer in einer zweiten Runde ihre Beiträge detaillierter ausarbeiten und einreichen. Die Ideenkonzeption bleibt meist eine unvergütete Vorschussleistung der Künstler. Bei einem Ideenwettbewerb geht es allerdings auch nur um „Ideen“ in groben Zügen.
Beim Referenzwettbewerb wird anhand von eingesandtem Präsentations- und Katalogmaterial über die einzuladenden Künstler entschieden. Die Phase der Einreichung gestaltet sich für die Künstler somit in der unvergüteten Vorschussleistung durch die Künstler weniger aufwändig.
In der zweiten Phase entwickelt eine in der Ausschreibung festgelegte Anzahl von angesprochenen Künstlern nach einer Juryauswahl spezifische Vorschläge oder konkretisiert Ideenentwürfe, oft in anonymisierter Form. Diese Arbeit wird dann in der Regel vergütet durch ein Beteiligungshonorar und bedeutet eine eindeutige Realisierungsabsicht für den Siegerentwurf.

Der Ideenwettbewerb wird v.a. bei sehr attraktiven Bauvorhaben mit hohem Öffentlichkeitswert angewandt. Zwei- und mehrstufige Verfahren erfordern entsprechende finanzielle Mittel und personelle Kapazitäten, weshalb sich das Verfahren auch nur bei größeren Bauvorhaben eignet, die zudem den Künstlern genug Motivation zur Beteiligung und Eigeninitiative geben.

Beschränkter Wettbewerb

Der beschränkte Wettbewerb kann als begrenzt offener, als Einladungswettbewerb oder kooperativer Wettbewerb durchgeführt werden. Auch beschränkte Wettbewerbe können mehrphasig als Ideenwettbewerbe ablaufen. Der begrenzt offene Wettbewerb kann ausgelobt werden, wenn der Auslober (in einem qualifizierten Verfahren) Teilnehmer nach bestimmten Kriterien bzw. Einschränkungen wie z.B. nach Alter, Wohnsitz oder hinsichtlich künstlerischer Medien auswählen möchte oder er die Bewerberzahl von vornherein begrenzen will.

Zusätzlich zur begrenzt offenen Ausschreibung können auch Künstler direkt eingeladen werden, sollten dann aber in der Auslobung namentlich kenntlich gemacht werden.

Der Einladungswettbewerb findet Anwendung, wenn der Auslober eine besondere Bearbeitungstiefe bzw. spezielle Kenntnisse und Erfahrungswerte von den Teilnehmern erwartet. Eine Preisrichter- oder Juryvorbesprechung sollte im Vorfeld Gelegenheit geben, die Baustelle zu besichtigen, sich über Orte und Möglichkeiten für Kunst zu verständigen, ggf. noch in Bauprozesse einzugreifen, die aus künstlerischer Sicht sinnvoll erscheinen, sowie geeignete Künstler in Auge zu fassen, die zu einer Beteiligung eingeladen werden sollen. Zur Auswahl der Künstler gibt es zwei Juryrunden. In der ersten Runde der Jury - der Sitzung zur Künstlerauswahl werden von den Juroren eingebrachte Künstlervorschläge durch die entsprechend eingebrachten Referenzen nach dem Kriterium der bestmöglichen Eignung für die spezielle Aufgabenstellung ausgewählt. Zum Ausschluss möglicher parteiischer Wertungen wird zuweilen eine Trennung von vorschlagender und entscheidender Jury gefordert. Die genaue Kenntnis des Ortes, Kontextes und der vorangehenden Diskussion etwa im Hinblick auf die Gründe für die Auswahl bestimmter Künstler für die Wettbewerbsaufgabe haben gegenüber einer unvorbereiteten Jurytätigkeit Vorteile.

Meist werden etwa zwischen fünf und acht Künstler (einschließlich zwei Nachrückern, falls es zu Absagen kommt) eingeladen, sich am Wettbewerb zu beteiligen. Ihnen werden die Auslobungsunterlagen und die Aufforderung zugeschickt, innerhalb einer gesetzten Frist ihre spezifischen Wettbewerbsvorschläge einzureichen.
In der zweiten Runde wird der Siegerentwurf gekürt. Den geladenen Künstlern steht ein Bearbeitungshonorar bzw. eine Aufwandsentschädigung zu, auch wenn dieser Lösungsvorschlag nicht realisiert wird.

Ausschreibungsinhalte

  • Namen des Auslobers bzw. Bauherrn
  • Anlass und Ziel des Wettbewerbes
  • Ort der Baumaßnahme
  • Wettbewerbsart (vgl. Kap. Wettbewerbsarten- und formen)
  • Angaben zur Teilnahmeberechtigung sowie ausschließender Bestimmungen (Teilnahmehindernisse)
  • namentliche Nennung speziell geladener Künstler
  • Namen der Preisrichter und ihrer Vertreter
  • Beurteilungskriterien zur Entscheidung der Jury
  • Leistungsbeschreibung
  • Unterlagen, die dem Teilnehmer zur Verfügung gestellt werden
  • Abgabetermine und Kennzeichnungsmodalitäten der Arbeiten
  • Kostenrahmen
  • eventuelle Aufwandsentschädigungen bzw. Vergütungen für erste Entwürfe
  • Angaben zur Kennzeichnung der anonym eingereichten Arbeiten
  • Angaben zu Rücksendungen
  • Termine für Rückfragen sowie für Ortsbegehungen (Kolloquium)
  • Vertragspunkte
  • Zeit und Art der Bekanntgabe des Wettbewerbsergebnisses sowie Aussagen zur weiteren Bearbeitung der Aufgaben.

Wettbewerbsjury

Zur Bewertung der künstlerischen Entwürfe bedarf es bei jedem Wettbewerb eines Entscheidungsgremium. Alle Preisrichter müssen über Kontext und die räumliche Situation im Bilde sein. Für jedes Mitglied sollte ein Stellvertreter benannt werden, der mit dem Thema vertraut ist. Die Empfehlung des Bundesministeriums sieht sechs Jurymitglieder vor: drei Kunstsachverständige (Fachpreisrichter) und drei seitens des Projektträgers/ Auftraggebers/ Nutzers (Sachpreisrichter). Um Patt-Situationen zu vermeiden, ist eine ungerade Anzahl der Juryteilnehmer sinnvoll, wobei die Fachpreisrichter in der Überzahl sein sollten.

Zur Fachpreisrichtertätigkeit bei Wettbewerben von Kunst am Bau/ Kunst im öffentlichen Raum ist ein hohes Maß an Wissen über die Wettbewerbspraxis und gängigen Förderrichtlinien, aber auch ein Überblick über in dem Bereich arbeitende Künstler sowie kuratorische Verantwortung und Vermittlungsfähigkeit vonnöten, um zu guten Ergebnissen zu kommen. Die Fachpreisrichter haben die Aufgabe, einerseits bestmögliche Aufgabenstellungen und andererseits einen guten Realisierungsrahmen für Kunst zu erarbeiten und somit eine optimale Grundlage für gute künstlerische Ergebnisse und gute Arbeitsbedingungen für die ausführenden Künstler zu erwirken. Der Landesverband Bildende Kunst Sachsen hat einen Arbeitsausschuss erfahrener Fachpreisrichter gebildet, die für Wettbewerbe auf Landesebene, aber auch für kleinere kommunale/ regionale Wettbewerbe benannt werden.

Mit der Verpflichtung, im Sinne der Stärkung der Stimme und der Verhandlungsposition der Kunst und der Künstler innerhalb der Wettbewerbsverfahren Kunst-am-Bau und Kunst im öffentlichen Raum zu wirken, trifft sich der Arbeitsausschuss Preisrichter jährlich, um sich über Fachfragen und Arbeitserfahrungen bei den Wettbewerben auszutauschen. Ziel ist, die Fachpreisrichtertätigkeit so transparent und so offen wie möglich zu gestalten. Der Schwerpunkt der Arbeit der Fachpreisrichter liegt nicht nur in der Jurierung der Wettbewerbsergebnisse, sondern in der Formulierung der Auslobungsunterlagen in den Preisrichtervorbesprechungen. Dort verhandeln die Fachpreisrichter die Arbeitsbedingungen und die Konditionen zu denen die Künstler im Wettbewerb arbeiten. Die Fachpreisrichter übernehmen auch Aufgaben bei der Akquise und Durchführung von Wettbewerben zur Kunst im öffentlichen Raum.

Zwingend mit der Preisrichtertätigkeit verbunden ist die Rückkopplung zur Geschäftsstelle und die Abgabe eines Preisrichterprotokolls im Sinne einer auch statistischen Begleitung der Wettbewerbsverfahren

Voraussetzung zur Mitarbeit im Arbeitsausschuss: eigener Arbeitsschwerpunkt im Bereich Kunst im öffentlichen Raum, eigene Wettbewerbsteilnahmen und Realisierungen, gute Kenntnisse und Erfahrungen bei den Abläufen bei Wettbewerben und Realisierungen am Bau.

Fachpreisrichter:innenprotokoll

 

LBK Regualarium für Wettbewerbsverfahrer für Fachpreisrichter:innen
Netzwerkarbeit

Als einziger Landesdachverband begleiten wir das Praxisfeld der bildenden Kunst in seiner Gesamtheit. Wir treten für die notwendigen Bedingungen einer lebendigen Kunstlandschaft in Sachsen ein, wo die Kultursparte „Bildende Kunst“ ausdrücklich geprägt von Einzelkünstlern und individuell engagierten Akteuren Strukturhintergrund und Lobby dringend braucht. Bei im Land verstreuten, vom Engagement Einzelner abhängigen Unternehmungen im bildkünstlerischen Bereich, seien es selbständige künstlerische Angebote, Kunstpräsentationsräume, öffentliche Kunstprojekte, kreative Angebote oder Kinderateliers, aber auch einem streitbaren und angesichts ihrer unkonventionellen Entwicklungen in der Öffentlichkeit auch ungesichert erscheinenden Kunstbegriff, ist ein vermittelndes und vernetzendes Organ und eine Kontakt- und Netzwerkstelle besonders nötig, um die Projektträger zu unterstützen und auch vermittelnd den produktiven Wert von bildender Kunst zu kommunizieren. Unsere Aufgabe lautet daher nicht zuletzt: Angebote der Künstler und Initiativen in ihren gegenwärtigen Potenzialen deutlich zu machen sowie potenzielle Adressaten für Fragen der Kunst ansprechbar zu machen und damit Strukturen und Möglichkeiten für deren Produktion und Rezeption und letztlich die Zukunft des Kulturlandes zu sichern.

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Mensch Netzwerk gespannte Fäden
Photo by Alina Grubnyak on Unsplash
zentriert

Vordringlich ins öffentliche Bewusstsein zu bringen ist, dass die bildnerische und auch die sich mit Präsentationen verbindende Konzeptarbeit - sei es von Künstlern oder Ausstellungsräumen bzw. -häusern - bessere Wertschätzung und existenzielle Grundlegung braucht, auch um qualitativ substanziell zu bleiben. Weder dürfen die schöpferischen Leistungen der Künstler noch die konzeptuelle Vorbereitung von Ausstellungspräsentationen u.ä. in ihrer Fachlichkeit unterschätzt werden, wenn man die Kunstentwicklung angemessen und in ihrer Qualität befördern will.

Als Begleiter und Dienstleister für die Belange der Sparte „Bildende Kunst“ und im Sinne der Künstler halten wir uns hinsichtlich der gebündelten Vermittlung von Informationen in der Funktion eines Kommunikators und Koordinators auf der gesamtsächsischen Ebene für alle Interessengruppen und Akteure auf diesem Feld jederzeit ansprechbar. Wir sind überzeugt davon, dass die kulturpolitische Vertretungsaufgabe der Sparte „Bildende Kunst“ und der Künstler die Rückkopplung und Koordinierung zwischen Praxis und Infrastruktur verlangt. Im Sinne einer besseren Vermittlung von Ansatzpunkten bildender Kunst soll es weiter auch darum gehen, die Seite der Kunstvermittler über unseren Verband mit zu vernetzen und zu unterstützen und unsere Dachverbandsaufgabe auch in der Vertretung der Kunstvermittlungsinitiativen zu sehen, auf die es für die Zukunft der bildenden Kunst entscheidend mit ankommt.

Für die bildende Kunst sind institutionelle Strukturen weniger als in anderen Kultursparten gegeben, vielleicht gerade, weil man sie und sie sich auch selbst jenseits institutioneller Verfestigung sieht. Doch diese Libertät wird für sie immer existenzieller. Das Format der Projektförderung scheint für heutige Kunst und ihre zunehmend kontextspezifischen und beteiligungsorientierten Kunstformen zwar angemessen, denen, auf die man dabei setzt, geht aber zunehmend die Puste aus. Wir treten ein für mehr investitive Möglichkeiten und konzeptionellen und schöpferischen Freiräume für Projektträger, um substanzielle Beiträge mit einem gegebenen Vorlauf und Leistungsvergütung entwickeln zu können. In dieser für die wenigsten im Land aktiven Kunstvereine bisher gegebene Finanzierung für ihre Profil und Qualität bestimmende Programmarbeit sehen wir eine Notwendigkeit für eine ernst zu nehmende Zukunft künstlerischer Entwicklung.

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