Künstlerhäuser // Künstlerräume - Begegnungs-, Gastgeber- und Produktionsorte

Donnerstag, 8. Juli 2021, 10-17 Uhr

Zentralwerk Dresden, Riesaer Straße 32, 01127 Dresden

Der Fachtag stellt Künstlerhäuser als Orte der Entstehung von Kunst, aber ebenso in ihren gesellschaftlichen und soziokulturellen Wechselwirkungen in den Blickpunkt. Erörtert werden Fragen nach den Potenzialen, Perspektiven sowie bestehenden Problemlagen. In Vortrag, Podiumsdiskussion und Praxisbeispielen wird ein weiter Bogen geschlagen zur Bedeutung von Künstlerhäusern vor dem Hintergrund individualisierter künstlerischer Arbeitspraxis sowie kollaborativer und partizipativer Wirksamkeit. Mit Fokus auf die Trägerschaft von Kunstproduktion einerseits und Kulturvermittlung bzw. kultureller Bildung andererseits wird die besondere Stellung von Künstlerhäusern zwischen Produktions-, Begegnungs-und Gastgeberort diskutiert.

Der Veranstaltungsort in Dresden ist hierbei bewusst gewählt, da es sich beim Zentralwerk selbst um eine Genossenschaft aus Kreativen handelt, was für künstlerische und kulturelle Synergien sorgt.

Diskutiert werden Potenziale, Perspektiven und Problemlagen von Künstlerhäusern in regionalen Kontexten:

  • Wie sind Künstlerhäuser organisiert und welche Trägermöglichkeiten gibt es?
  • Was können Künstlerhäuser für die Öffentlichkeit leisten?
  • Wodurch generiert sich die besondere Stellung von Künstlerhäusern zwischen Produktions-, Begegnungs- und Gastgeberort heute?
  • Was bieten Künstlerhäuser in Bezug auf Arbeits- und Residenzmöglichkeiten für bildende Künstler und welche Profile stellen sich im nationalen und internationalen Vergleich dar?
  • Welche Antworten auf den Raumbedarf künstlerischer Produktions- und Begegnungsorte gibt es und wie kann dieses Thema weiter entwickelt werden?
  • Wie können praktikable Partnerschaften für Künstlerhäuser in den Regionen im Sinne kultureller Angebote begünstigt werden?

Ausgehend von der Betrachtung organisatorischer Formen von Künstlerhäusern und –residenzen und als Träger von Kunstproduktion und Kulturvermittlung bzw. kultureller Bildung richtet sich der Blick der Veranstaltung im ersten Podium auf die gesellschaftlichen Wechselwirkungen sowie auf die räumlichen Bedingungen und Möglichkeiten im städtischen oder ländlichen Raum - als Initiativmodelle oder Teil vernetzter Strukturen, als best practice - Beispiele oder in möglicher Temporarität und Halbwertzeiten. Im zweiten Teil der Veranstaltung stellen sich Künstlerhaus-/ und Projektraumformate im aktuellen internationalen Kontext vor.

Ziel der Veranstaltung ist es, neben der komplexen Diskussion des Themas und einer Vernetzung der Protagonisten weitere Handlungsfelder und - möglichkeiten zu diskutieren, um Künstlerhäuser als kulturelle Angebotsräume in den Regionen und über diese hinaus sinnvoll wirksam werden zu lassen.

Die Veranstaltung wird fotografisch bzw. per Videoaufzeichnung dokumentiert. Mit der Veranstaltungsteilnahme erklären Sie sich einverstanden mit der Verwendung für eine Publikation im Nachgang.

Der Eintritt zum Fachtag ist frei.

Für den Fachtag wird um eine Anmeldung per Post, Fax oder Email bis zum 19. Juni 2021 gebeten

Vorläufiges Programm

10 Uhr BEGRÜSSUNG/ GRUSSWORTE
  Annekatrin Klepsch, Beigeordnete für Kultur und Tourismus der Landeshauptstadt Dresden
  Dr. Manuel Frey, Stiftungsdirektor der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen
  Dr. Till Ansgar Baumhauer, 1. Vorsitzender des Landesverbandes Bildende Kunst Sachsen e.V.
10.15 IMPULSVORTRAG
  Barbara Lubich, Zentralwerk: Kreativsubjekte. Autonomie, Vergemeinschaftung und Institutionalisierung
11 – 13 Uhr Künstlerhäuser und gesellschaftlicher Kontext
  Input und Moderation: Nora Gomringer (Leiterin Villa Concordia, Künstlerhaus Bamberg)
  Podium I regional
  Teilnehmer: Frank Brinkmann (Künstlerhaus Schaddelmühle, Großbothen), Heike Lutoschka (Abteilungsleiterin für Bau- und Investitionsstrategie im Amt für Hochbau und Immobilienverwaltung), Robin Mess (privater Hauseigentümer Pirna), Robert Verch (auf weiter Flur e.V., Augustusburg)
  Podium II überregional
  Teilnehmer: Tom Kösel (Kunst im Rheinland), Bertram Schultze (MIB AG, Immobilien und Beteiligungen), Corinna Köbele (Künstlerstadt Kalbe), Daniel Wolter (Libken e.V., Böckenberg/Uckermark)
  Künstlerhäuser sind weit mehr als nur Arbeitsräume. Sie können aus kreativen Refugien öffentliche Kulturorte und diskursive Begegnungsräume erwachsen lassen. In regionalen und überregionalen Kontexten sind sie einerseits abhängig von örtlichen Bedingungen und eröffnen andererseits kulturelle Angebote im städtischen oder ländlichen Raum. Welche Antworten auf den Raumbedarf künstlerischer Produktions-und Begegnungsorte gibt es und wie kann dieses Thema weiter entwickelt werden? Wie können praktikable Partnerschaften für Künstlerhäuser im Sinne kultureller Angebote aussehen und begünstigt werden?
13 – 14 Uhr Mittagspause
14 – 16 Uhr Künstlerhausbeispiele (z.T. in englischer Sprache)
  Podium III international – Vorstellung/ Präsentation und Abschlussdiskussion
  Moderation: Grit Ruhland (Vorstandsmitglied Landesverband Bildende Kunst Sachsen e.V.)
  Teilnehmer: Christine Rahn mit Piotr Sikora und Lucia Kvočáková (MeetFactory, Prague) zur tschechischen Situation, Leena Kela (Kone-Stiftung Finnland), Kamiel Verschuren (B.a.d und Stiftung Nac Rotterdam), Holger Jagersberger (Salzamt Linz)
  Künstlerhäuser bilden als Atelierhäuser und mit Künstlerresidenzen Chancen auf Begegnung und kulturellen Austausch, sowohl für Künstler:innen als auch für die Öffentlichkeit. Wie sind Künstlerhäuser organisiert und welche Trägermöglichkeiten gibt es im internationalen Maßstab? Welche organisatorischen Formen von Arbeits-und Residenzmöglichkeiten für Künstler:innen und welche Profile für Angebote für die Öffentlichkeit gibt es im überregionalen Vergleich?

 

Im Anschluss:

Vergabe Preis für Kunstvermittlung des Landesverbands Bildende Kunst Sachsen e.V.

  • Atelierbesuche im Zentralwerk möglich