Künstlerische Bildung

Der Landesverband Bildende Kunst e.V. setzt sich für eine Stärkung der Angebotsstrukturen und ihrer Finanzierung ein und wirkt unterstützend bei der Vermittlung von Bildungsträgern und bildenden Künstler:innen. Insbesondere in den ländlichen Räumen gilt es, durch vermehrt mobile Angebote die Angebotsdichte zu erhöhen und allen Menschen die Möglichkeiten bildkünstlerischer Bildung zu eröffnen. Anlaufstellen dafür bieten unter anderem die Netzwerkstellen für kulturelle Bildung in den Sächsischen Kulturräumen. Sachsenweit steht eine Kooperationsdatenbank zu Verfügung, in die bildende Künstler:innen ihre Vorschläge für Ganztagesangebote einstellen können.

 

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farbige Hände bildkünstlerische Bildung

 

Die künstlerische Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen bietet bildenden Künstler:innen neben der eigentlichen künstlerischen Tätigkeit ein zusätzliches Wirkungs- und Erwerbsfeld. Angebote bildkünstlerischer Bildung finden an unterschiedlichsten Orten statt, in Kindertagesstätten, in Schulen, Museen und Vereinen, Jugendkunstschulen und im eigenen Atelier. Ihre positiven Effekte sind vielfältig:

Bildkünstlerische Kursangebote

  • können unterschiedliche Inhalte bezüglich künstlerischer Genres, Techniken, Themen, formaler Fragestellungen und kreativer Arbeitsweisen umfassen,
  • vermitteln Kreativität, Experimentierfreude und ermöglichen die Entfaltung individueller Ausdrucks- und Gestaltungsfähigkeiten; gleichzeitig fördern sie Ausdauer und Selbstvertrauen,
  • unterstützen den Erwerb von anwendungsfähigem Wissen, die Entwicklung von Methoden-, Lern-, Medien- und Sozialkompetenz,
  • leisten einen Beitrag zur Werteorientierung sowie zur differenzierten Wahrnehmung und einem kritischen Reflexionsvermögen in unserer visuell geprägten Umwelt,
  • ermöglichen einen niederschwelligen Zugang zur bildenden Kunst. Längerfristig wecken bildkünstlerische Bildungsangebote das Interesse am kulturellen gesellschaftlichen Leben und ermöglichen die aktive Teilnahme daran.

Kurz: Bildkünstlerische Kursangebote leisten einen maßgeblichen Beitrag zur ganzheitlichen Persönlichkeitsentwicklung und sind Voraussetzung für ein lebendiges Kulturleben in Sachsen.

Bildende Künstler:innen stehen dabei nicht in Konkurrenz zu Kunstpädagog:innen, sondern erweitern das begrenzte schulische Angebot auf ihre ganz spezifische Weise; sie vermitteln konkret und im Innenblick bildnerische Fragen und ihre spezifischen Kunsttechniken aus ihrem selbstverantworteten Arbeitsauftrag heraus. Im Sinne eines lebenslangen Lernens bieten sie auch Erwachsenen und darunter der immer größer werdenden Anzahl an Senior:innen eine Möglichkeit, ihre Kreativität zu schulen und auszuleben.

Rahmenvereinbarung GTA

Mehr künstlerische Ganztagsangebote (GTA) an sächsischen Schulen

An Schulen mit Ganztagsangeboten soll es mehr als bisher qualitativ hochwertige bildkünstlerische Angebote geben. Kultusminister Christian Piwarz, Marcel Noack (Vorsitzender des LBK Sachsen e. V.) und Ute Eidson (Vorsitzende der Landesarbeitsgemeinschaft Jugendkunstschulen und kulturpädagogische Einrichtungen Sachsen e. V. (LJKE)) unterzeichneten dafür eine Rahmenvereinbarung über die Zusammenarbeit im Bereich bildkünstlerische Ganztagsangebote an allgemeinbildenden Schulen im Freistaat Sachsen.

Die Partner verfolgen das Ziel, die Qualität und die Zahl der Angebote bildender Künstlerinnen und Künstler für schulische Ganztagsangebote (GTA) zu erhöhen und deren Durchführung langfristig zu sichern, damit Kinder und Jugendliche bestmögliche Unterstützung bei der Entfaltung ihrer künstlerischen Potentiale erhalten.

Im Schuljahr 2023/2024 werden 94 Prozent der allgemeinbildenden Schulen vielfältige Ganztagangebote für die Kinder und Jugendlichen eigenverantwortlich einrichten. Der musisch-künstlerische Bereich hat dabei nach den bewegungsorientierten zusätzlichen Bildungsangeboten den zweithöchsten Stellenwert im Angebotskanon aller beteiligten Schulen.

Die Rahmenvereinbarung bildet die Grundlage für Kooperationsprojekte und bildkünstlerische Ganztagsangeboten mit Partnern des LBK und LJKE. 

Rahmenvereinbarung über die Zusammenarbeit im Bereich bildkünstlerischer Ganztagsangebote an allgemeinbildenden Schulen im Freistaat Sachsen

 

Modulare Weiterbildung „Qualifikation kuBi“

Der Wert Kultureller Bildung wird zunehmend erkannt, sie trägt sowohl zur Persönlichkeitsentwicklung des Einzelnen als auch zur Sensibilisierung für komplexe gesellschaftliche Zusammenhänge und damit zur gesamtgesellschaftlichen Kommunikation bei. Auch der Freistaat Sachsen hat sich nicht zuletzt mit dem 2018 vorgelegten „Konzept zur Kulturellen Kinder- und Jugendbildung“ dezidiert zur gesellschaftlichen Bedeutung von Kultureller Bildung und zu ihrer Stärkung bekannt. Die Sicherstellung bedarfsgerechter Angebote der Kulturellen Kinder- und Jugendbildung von hoher Qualität gehört zu den Leitzielen des Konzepts. Dem steht jedoch ein Fachkräftemangel entgegen, der insbesondere die Angebote im ländlichen Raum und die Ganztagsangebote an sächsischen Schulen empfindlich trifft.

Im Jahr 2023 hat der Landesverband Bildende Kunst Sachsen e.V., unterstützt durch die Förderrichtlinie Kulturelle Bildung des Sächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst (SMWK), in Zusammenarbeit mit Fach-Vertreterinnen aus Künstler- und Lehrerschaft, sowie Bundes-, Landes- sowie Kulturraumkontext erfolgreich auf die Bedürfnisse reagiert. Durch das Modellprojekt "Qualifikation kuBi" wurde eine maßgeschneiderte, modulare Weiterbildung für bildende Künstler:innen ins Leben gerufen.

Diese innovative Weiterbildung ermöglicht es engagierten Künstler:innen, sich gezielt im Bereich Kulturelle Bildung zu qualifizieren. Das übergeordnete Ziel besteht darin, langfristig die Qualität und Quantität bildkünstlerischer Angebote in ganz Sachsen zu erhöhen, insbesondere auch in den ländlichen Regionen. Durch diese nachhaltige Maßnahme wird gewährleistet, dass künstlerische Bildungsangebote langfristig zugänglich bleiben.

Die modulare Weiterbildung "Qualifikation kuBi" wurde durch 4 ganztägige Workshops in Oederan, Görlitz, Freital und Markkleeberg umgesetzt. Aufgrund des regen Interesses an der Weiterbildung sind zwei weitere Workshops für das Jahr 2024 (voraussichtlich in der 2. Jahreshälfte) geplant. Interessierte können ihre Teilnahmebekundungen hier abgeben.

Angesichts des breiten Interesses am Thema und der Erkenntnis, dass eine koordinierte Zusammenarbeit von großer Bedeutung ist, plant der Landesverband die Bildung eines Arbeitsausschusses für Kulturelle Bildung. Dieser Ausschuss soll als Plattform für fachlichen Austausch und den Aufbau von Netzwerken dienen. Interessierte können sich ebenfalls per Mail an die Geschäftsstelle wenden, um aktiv an diesem wichtigen Schritt teilzunehmen.

Für diejenigen, die einen Überblick über die wichtigsten Inhalte der Weiterbildung und grundlegende Informationen zum Thema künstlerische Bildung suchen, steht eine Toolbox zur Verfügung. Die Toolbox bietet eine Vielfalt an Ressourcen, darunter Handreichungen, Links zu zentralen Begriffen der kulturellen Bildung sowie umfassende Erklärungen und Videos, um eine umfassende Wissensbasis zu entwickeln.

 

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Jahresmagazin 2014 "Künstlerische BIldung"
Landesweites Konzept Kulturelle Kinder- und Jugendbildung für den Freistaat Sachsen
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